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Archiv des Monats März 2011

Der Zug des Lebens

am 31. März 2011 unter Verstehen abgelegt

Das Leben ist wie eine Reise im Zug:
Man steigt oft ein und aus, es gibt Unfälle, bei manchem Aufenthalten
angenehme Überraschungen und tiefe Traurigkeit bei anderen.
Wenn wir geboren werden, und in den Zug einsteigen treffen wir Menschen,
von denen wir gauben, dass sie uns während unserer ganzen Reise begleiten werden: unsere Eltern.

Leider ist die Wahrheit einer andere.
Sie steigen bei einer Station aus und lassen uns ohne ihre Liebe und Zuneigung,
ohne ihre Freundschaft und Gesellschaft zurück.

Das schönste Zeichen wahrer Freundschaft

am 30. März 2011 unter Verstehen abgelegt


Das Schönste an einer Freundschaft ist nicht
das freundliche Lächeln,
die ausgestreckte Hand,
die menschliche Nähe,

Wer nicht spricht, denkt falsch

am 30. März 2011 unter Verstehen abgelegt

“Im Grunde genommen teilen wir alle die Welt in wahr und falsch, gut und schlecht, schwarz und weiß ein. Daher kommt auch die entrüstete Ablehnung der scheinbar seelenlosen Idee, dass eine Beziehung mehr und anders geartet sei als die Summe der Eigenschaften der beiden Beziehungspartner.”
(Paul Watzlawick)

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er schon, aber der Hammer fehlt. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, kurz hinüber zu gehen und sich beim Nachbarn den Hammer auszuborgen.´

Kommt, lasst uns ATOM-Kraft stoppen

am 29. März 2011 unter Hören abgelegt

In Anlehnung an Reinhard Schemonieks “Kommt, wir woll’n den Castor stoppen” haben wir den Imperativ zum bundesweiten Atom-Kraft-Stopp textlich mit eingebaut und hoffen auf viele, viele AktivistInnen, wenn es um das Projekt geht “1.000 Stimmen für Berlin“. Vorerst sind wir mit der zwischenzeitlich über 10.000 Stimmen-starken Facebook-Gruppe “1 Million Stimmen für den Atomausstieg” dabei, die Leute auf die Straße zu bewegen. Mit den Großdemonstrationen vom 26. März 2011 ist etwa ein Viertel geschafft. Jetzt sind die anderen drei Viertel dran, die dann gemeinsam in dieses Lied mit einstimmen können:

Märchen von der Traurigkeit

am 29. März 2011 unter Verstehen abgelegt

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam.

Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei einer zusammen gekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter.
Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos.
Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.

Hommage an Japan

am 27. März 2011 unter Ehrfurcht vor dem Leben abgelegt

„Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der einem erklärt:
Das ist technisch unmöglich.“

(Sir Peter Ustinov)

Was soll man nach Erdbeben, Tsunami, Reaktorüberschwemmung, Nachbeben noch sagen? Für mich am treffendsten hat es ein Sprecher der Bäuerlichen Notgemeinschaft einen Tag nach dem Beben am 12. 3. ausgedrückt, indem er darauf sinngemäß hinwies: Wir kämpfen seit über dreißig Jahren gegen Atom-Kraft und die damit verbundenen Gefahren für den Menschen. Wir werden nie aufgeben. Und Fukushima ist nur ein Beispiel dafür, dass der Einsatz unverantwortlich ist. Wir müssen zusehen, wie in Zeitlupe die Situation eskaliert, weil niemand da ist, der diese Katastrophe verhindern kann.

Duelle: Elizabeth Taylor gegen Richard Burton

am 25. März 2011 unter Verstehen abgelegt

Film von Stephan Lamby und Michael Wech

Michael Wech erzählt in dieser Dokumentation über die Szenen einer Ehe. Das wäre nichts ungewöhnliches, wenn es dabei nicht um die legendäre Hass-Liebe und damit um ein viel zitiertes Paradebeispiel von Sozialpsychologen ginge, das über das “normale” “Sie küssten und sie schlugen sich” weit hinaus geht: Das private Spiel in der Öffentlichkeit im Zusammenspiel mit der Macht der Medien. 1963 wird die Liebesaffäre zwischen Elizabeth Taylor (häufig auch: „Liz“ Taylor; *27. Februar 1932 in Hampstead, London; †23. März 2011 in Los Angeles, Kalifornien) und Richard Burton (*10. November 1925 in Pontrhydyfen, Wales; †5. August 1984 in Genf, Schweiz) öffentlich. Ein Skandal, denn beide sind verheiratet. Sie lassen sich von ihren jeweiligen Ehepartnern scheiden und heiraten. Doch der spätere Ehealltag des Traumpaares entwickelt sich zum Albtraum.

Reinhard Mey: Sei wachsam

am 23. März 2011 unter Verstehen abgelegt

Ein Wahlplakat zerrissen auf dem nassen Rasen
sie grinsen mich an, die alten aufgeweichten Phrasen,
die Gesichter von auf jugendlich gemachten Greisen,
die dir das Mittelalter als den Fortschritt anpreisen.

Und ich denk mir, jeder Schritt zu dem verheiß’nen Glück
ist ein Schritt nach ewig-gestern, ist ein Schritt zurück,
wie sie das Volk zu Besonnenheit und Opfern ermahnen;
sie nennen es Volk – aber sie meinen Untertanen.

All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu ertragen,
wenn du lernst zu übersetzten, was sie wirklich sagen.
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
“Halt du sie Dumm, ich halt sie Arm!”

Film: Tod einer Richterin

am 12. März 2011 unter Ehrfurcht vor dem Leben abgelegt

Auf den Spuren von Kirsten Heisig
Film von Güner Balci und Nicola Graef
Erstausstrahlung: 9. März 2011 in der ARD
produzierender Sender: WDR

Für die einen war sie die “Richterin Gnadenlos“, für die anderen die ‘Mutter Courage‘ der Berliner Justiz. Bundesweit bekannt wurde Kirsten Heisig durch die schnelle und konsequente Strafverfolgung krimineller Jugendlicher und durch ihr Buch “Das Ende der Geduld“. Besonders den – ihrer Meinung nach – laxen Umgang des Staates mit straffälligen Migranten kritisierte sie vehement. Die strenge Jugendrichterin hatte sich viele Feinde gemacht.

Die Erde spricht…

am 12. März 2011 unter Ehrfurcht vor dem Leben abgelegt

Ihr habt mir großen Schmerz bereitet,
habt mich verletzt und ausgebeutet.
Seit ewig hab ich euch gegeben,
was alles ihr gebraucht zum Leben.

Ich gab euch Wasser, Nahrung, Licht,
lang hieltet ihr das Gleichgewicht,
habt urbar mich gemacht, gepflegt,
was ich euch bot, betreut, gehegt.
Doch in den letzten hundert Jahren
ist Satan wohl in euch gefahren.

Was in mir schlummert, wird geraubt,
weil ihr es zu besitzen glaubt.
Ihr bohrt nach Öl an tausend Stellen,
verschmutzt die Meere, Flüsse, Quellen,
umkreist mich sinnlos Tag und Nacht,
seid stolz, wie weit ihr es gebracht.


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