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Archiv der Kategorie 'Hören'

Tim Bendzko: Nur noch kurz die Welt retten

am 01. Mai 2012 unter Hören abgelegt

Eigentlich ging er als Sieger eines Talentwettbewerbs von den Söhnen Mannheims hervor und durfte zur Belohnung vor 20.000 Zuschauern in der Berliner Waldbühne auftreten. Das ist nun knapp drei Jahre her und zwischenzeitlich ist er raus aus der Pubertät an die Spitze der deutschen Charts geschossen. Da will eben einer nur noch kurz die Welt retten. Und das ist authentisch – nicht nur für Kids, die den elterlichen Wunsch geflissentlich überhören, sondern auch für die Spezies Mensch, die mit Auge und Ohr am Rohr der Zeit hängt und für schnöden Kleinkrieg nur ungern zu familientauglichen Zeiten erreichbar ist. Bendzko erhielt einen Plattenvertrag bei Sony Music. Seine Karriere beginnt zu laufen mit seinem Debütalbum Wenn Worte Meine Sprache Wären.

Der Wagen, die Wulffuhr und die Zeitbombe

am 01. April 2012 unter Hören abgelegt

Wenn statt Gauck doch Scheel wieder raus aus dem Rentnerdasein und rein ins Amt gewählt worden wäre, was könnte der uns 2012 hoch vom gelben Wagen trällern?


1. Hoch auf dem gelben Wagen
Sitz ich beim Maschi vorn’.
Vorwärts die Dummen traben,
Lustig schmettert das Horn.
Wälder, Brachland und Auen,
Leuchtendes Steuergold.
| Ich möchte ja so gerne noch schauen,
Aber die Wulffuhr, die tickt. |

2. Politik im Parlamente
Füttert die Bosse genug.
Schäumende Schampusgetränke
Reicht mir der Sklave im Krug.
Hinter Panzerglasscheiben
Lacht selbst die Merkel noch hold.
| Ich möchte ja so gerne noch bleiben,
Aber die Wulffuhr, die tickt. |

Adele: Someone like you

am 14. März 2012 unter Hören abgelegt

Kennen Sie das? Sie fahren im Auto und auf einmal läuft im Radio ein Titel, der alles um Sie herum ausblendet. Sie wollen hinhören, aber die Ampel schaltet auf Grün. Sie müssen weiter… Ich bin zu Hause angekommen, tickere den Sendeplan von NDR2 durch und lande bei: Adele mit „Someone like you“. Aha, die war das. Aus dem Sumpf der seichten Unterhaltung – frei nach dem Motto „stört nicht beim Bügeln“ – hat sie sich sicherlich schon immer erfreulich abgehoben, aber mit diesem letzten Titel aus dem Album „21“ und dieser Interpretation verewigt sich die 22-Jährige Sängerin und Songwriterin aus London völlig effektfrei mit der Kraft ihrer Stimme verdient im Gedächtnis ihrer Zuhörer. Hören und sehen wir mal genauer hin, was uns die junge Dame in ihrer Ballade zu erzählen hat.

Was keiner wagt

am 12. Januar 2012 unter Hören abgelegt

Während alle Wecker-Fans nach sechs Jahren Wartezeit glücklich sind über sein letztes Studioalbum “Wut und Zärtlichkeit”, fragt mich ein treuer Freund auf Fratzebuch, ob ich dies denn kennen würde. Der Text sei zwar nicht von Konstantin Wecker, aber seine Interpretation einmalig. So höre ich zum ersten Mal: Was keiner wagt.

Pendelleuchte

50 Jahre Deutschlandfunk

am 09. Januar 2012 unter Hören abgelegt

Pressemitteilung

Am 1. Januar 1962, 16.00 Uhr, hielt Gründungs-Intendant Hermann Franz Gerhard Starke eine kurze Ansprache, es folgten die ersten Nachrichten. Der Deutschlandfunk war auf Sendung. Am Abend sprach der Bundespräsident. Wenige Monate nach der Errichtung der Berliner Mauer formulierte Heinrich Lübke: “Man kann jene Mauer (..) höher oder stärker machen; man kann eine zweite und dritte ziehen, den letzten Fluchtweg blockieren oder selbst einen festtäglichen Besuch von Kindern bei ihren Eltern unterbinden: Noch aber gibt es Ätherwellen, die von uns zu Ihnen hinüberreichen, die ein verbindendes Wort zu Ihnen bringen sollen, ein informierendes, ein erleichterndes oder auch ein tröstendes.Heinrich Lübke brachte den Gründungsauftrag des Deutschlandfunks auf den Punkt: eine Funkbrücke zu sein, über Mauer und Stacheldraht hinweg in den anderen Teil Deutschlands, der sich mit der immer perfekteren Ummauerung anschickte, die deutsche Teilung zu armieren und das Gemeinsame zu trennen und zu unterdrücken.

Konstantin Wecker: Wut und Zärtlichkeit

am 22. November 2011 unter Hören abgelegt

Nach sechs Jahren zäher Wartezeit kam im September 2011 sein neues Studioalbum heraus – im sprichwörtlich doppeldeutigem Sinn mit “Wut und Zärtlichkeit”. Konstantin Wecker zeigt darin offen, dass er in einem neuen Lebensabschnitt angekommen ist, in dem der Begriff Vergänglichkeit gelebte Praxis ist; er darum den Augenblick nun noch mehr zu schätzen weiß und gestattet sich eines mehr denn je: Revolte in Form eines lyrisch angehauchten Sarkasmus.

“Einer der stärksten Triebe, die ich habe, ist es mich ausdrücken zu wollen, mich ausdrücken zu müssen.”
Konstantin Wecker

Polarkreis 18 – Allein Allein

am 24. August 2011 unter Hören abgelegt

The Colour of Snow als Album knapp drei Jahre auf dem Markt. Das komplette Filmorchester Babelsberg unterstreicht den Geist seiner Zeit und den Synthie-Pop der Dresdener Jungs um Felix Räuber.

Polarkreis 18

Motor.de kritisierte das damals u.a. so: [...] Dank dem Händchen eines Mario Thalers und weil die Jungs wirklich wissen, was sie hier tun und wollen, ist ihnen eine Platte gelungen, die beim ersten Hören scheinbar haarscharf am Schmalz vorbeischrammt, sich jedoch sofort in den Gehörgang hakt und dort auf ewig nachhallt. Beim mehrmaligen Hören jedoch mit soviel Können aufwartet, mit liebevollen Details, mit einem wilden Mix an verschiedensten Zutaten aus Klassik, Electro und Post-Indie-Rock, dass einem schier die Worte fehlen.

Kommt, lasst uns ATOM-Kraft stoppen

am 29. März 2011 unter Hören abgelegt

In Anlehnung an Reinhard Schemonieks “Kommt, wir woll’n den Castor stoppen” haben wir den Imperativ zum bundesweiten Atom-Kraft-Stopp textlich mit eingebaut und hoffen auf viele, viele AktivistInnen, wenn es um das Projekt geht “1.000 Stimmen für Berlin“. Vorerst sind wir mit der zwischenzeitlich über 10.000 Stimmen-starken Facebook-Gruppe “1 Million Stimmen für den Atomausstieg” dabei, die Leute auf die Straße zu bewegen. Mit den Großdemonstrationen vom 26. März 2011 ist etwa ein Viertel geschafft. Jetzt sind die anderen drei Viertel dran, die dann gemeinsam in dieses Lied mit einstimmen können:

Da leben wir Wendländer

am 13. November 2010 unter Hören abgelegt

Das Wendland ist eine Landschaft im Grenzbereich der heutigen vier Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Kern ist das Hannoversche Wendland im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg. Rein geographisch stellt das Wendland den östlichen Randbereich der Lüneburger Heide dar. Die durch den Höhenzug des Drawehn geprägte Hügellandschaft ist aufgrund unfruchtbarer und wasserdurchlässiger Böden sehr siedlungsunfreundlich und von daher nur sehr schwach strukturiert. Überregionalen Ruf erlangte die Region erst seit Ende der 70er mit den wachsenden Protesten gegen das Atommülllager Gorleben und 1980 mit der Ausrufung der “Republik Freies Wendland“. Mit dem Kampf um ihre Existenz sind die Menschen, die dort Leben, seit je her konfrontiert: Ist es nicht das Wasser, dann ist es der Castorzug mit seiner tödlichen Ladung. Ausgleich für diesen Kampf ist ein Leben inmitten von Natur pur – und das in Ortschaften mit Namen, die ihresgleichen suchen. Gorleben klingt in dem Zusammenhang schon fast zu gewöhnlich, denn Salderatzen, Dickfeitzen, Meußließen oder Penkefitz sind selbst für die Zunge eines sprachgewandten Mitteleuropäers eine absolute Herausforderung. Umso schöner, dass Stefan Hallberg den unzähligen Siedlungen 2008 gleich ein ganzes Lied gewidmet hat: Da leben wir Wendländer


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