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Verlorene Ehre – Der Irrweg der Familie Sürücü

© RBB/WDR
Länge: 45 Minuten
Film von Matthias Deiß und Jo Goll

Sie musste sterben, weil sie lebte „wie eine Deutsche“. Aus verletzter Familienehre griff Ayhan Sürücü am 7. Februar 2005 zur Waffe und erschoss seine Schwester Hatun an einer Bushaltestelle in Berlin. Die Tat ist Deutschlands bekanntester Ehrenmordfall und hat eine Debatte über Parallelgesellschaften angestoßen. Seit mehr als sechs Jahren sitzt der Ehrenmörder in Haft. Jetzt bricht er erstmals sein Schweigen und spricht detailliert über die Hintergründe und Umstände des grausamen Verbrechens. „Ja, es war ein Ehrenmord. Ich war damals regelrecht besessen“, sagt Ayhan Sürücü. „Ich bin mit ihrem Lebensstil nicht klargekommen, konnte das damals einfach nicht tolerieren.” Über seine tote Schwester kommt ihm auch heute noch kein gutes Wort über die Lippen. Doch er sagt auch: „Damit klarzukommen, ist extrem schwer. Es gibt von Zeit zu Zeit Phasen, in denen alles wieder hochkommt. Ich weiß, dass ich mit dieser Tat meiner Schwester das Leben und meinem Neffen die Mutter genommen habe.

Die rbb-Autoren Matthias Deiß und Jo Goll machen sich sechs Jahre nach der Tat auf eine filmische Suche nach den Sürücüs und Freunden der Familie. Auch der Bruder des Mörders, der die Tatwaffe besorgt haben soll, redet zum ersten Mal vor der Kamera. Der strenggläubige Moslem wird bis heute mit internationalem Haftbefehl gesucht und ist nach Istanbul geflohen. Er sagt: „Unzucht ist eine Straftat. Nach Allahs Gesetz wäre die Strafe für Unzucht die Steinigung.” Auch Melek A., die Hauptbelastungszeugin und damalige Freundin des Mörders, die heute mit neuer Identität im Zeugenschutzprogramm lebt, packt aus. Sie ist überzeugt, dass der Ehrenmord ein Familienbeschluss war. Der Mörder selbst habe es ihr erzählt: „Die waren alle dabei. Ich bin mir hundertprozentig sicher.

Der Film ist eine beklemmende Spurensuche. In Berlin, Istanbul und Ostanatolien. Eine Reise in die viel zitierten Parallelwelten. „Ich hatte nie Kontakt zu Deutschen“, erzählt der Mörder. „Den ersten deutschen Freund hab ich hier im Knast kennengelernt.

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