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Duisburger Deathparade – Zeugen gesucht

Bei der diesjährigen Loveparade in Duisburg, Motto “The Art Of Love“, starben am Samstag (24. Juli 2010) 21 Menschen, mehr als 500 wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Gegen Veranstalter und die Stadt Duisburg werden zunehmend Vorwürfe wegen “massiver Sicherheitslücken” laut. Damit, wer auch immer am Ende die Verantwortung für diese Tragödie zu übernehmen hat, sich derselben und damit der Ehrfurcht vor dem Leben nicht konsequent entziehen kann, sollten jetzt Augenzeugen dieses Events die Stärke des Mediums INTERNET nutzen, Kontakte austauschen und sich zum Zweck der Interessensvertretung von Opfern und Geschädigten organisieren.

Tunnel auf der Loveparade 2010 Duisburg

Fakten:
Leuten, die auf das Gelände wollten, wurde gesagt: Das Gelände sei wegen Überfüllung abgesperrt. Von hinten drückten Menschenmassen durch den Tunnel auf der Karl-Lehr-Straße. Der Tunnel ließ keinerlei Fluchträume zu. Während Menschen im Tunnel bewusstlos wurden, versuchten andere über die Treppe, Lautsprechertraverse sowie eine von Helfern ungesicherte Leiter auf einem Container raus aus dem Tumult und ggf. von oben aufs Gelände zu gelangen. Derjenige, der in der Mitte stand, hat die Enge desjenigen, der an die Wand gequetscht wurde, ebensowenig wahrnehmen können wie den Sauerstoffmangel im Tunnel.

Loveparade 2010 Duisburg

Bei der Pressekonferenz äußerten sich am Tage nach dem Unglück sichtlich erschütterte Verantwortliche: der kommissarische Duisburger Polizeipräsident Detlef von Schmeling, Krisenstabsleiter Wolfgang Rabe, Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland sowie Rainer Schaller, Geschäftsführer des Love-Parade-Veranstalters Lopavent GmbH und des Großsponsors McFit Fitness GmbH. Hinzu kamen Sprecher der LoveParade und der Bundespolizei.

Die Worte, die der 41jährige Loveparade-Chef weniger als 24 Stunden nach der Tragödie auf dieser Pressekonferenz finden muss, liest er stumpf von einem Zettel ab: “[...] Die Loveparade war immer eine fröhliche Veranstaltung mit Menschen, die friedlich feiern wollten. Die Loveparade wird immer von dieser Tragödie überschattet sein, und aus Respekt vor den Opfern werden wir keine Loveparade mehr durchführen. Die Loveparade ist damit gestorben. Wir werden sie nicht weiter fortführen – dies bedeutet das Aus der Love Parade.

In solchen Fällen bedarf es keines Katastrophenjournalismus, sondern lediglich Augenzeugen, ihren Stimmen und ihren Berichten. Der Vergleich zeigt schnell, wie und wo die Darstellung auf der Pressekonferenz vom Erlebten abweicht. Und so kommentieren Augenzeugen auf der Westen.de diese Pressekonferenz:

Hardcore-raver aus Vogtland schrieb am 26.07.2010 18:09
Ich war auch dort – wie bei jeder LP seit 96. Ich habe noch nie so ein chaos erlebt…….. Ich Danke hier mal allen freiwilligen Helfern von DRK, Malteser und den vielen Polizisten aus ganz Deutschland. Ihr musstet so viel Elend sehen – ihr habt geholfen wo andere weggerannt sind. Ohne euch wären noch mehr gestorben: IHR SEIT DIE WAHREN HELDEN DER LP 2010. DANKE Ich habe gegen 2 Uhr nachts an dem Krankenhaus an einem Krankenwagen eine Rettungsassistentin gesehen – sie hat bitterlich geweint – ich habe ihr nur auf die Schulter geklopft und habe Danke gesagt im Namen aller friedlichen Raver – dann bin ich weg weil ich selber heulte :´-(

Karl aus Saarbrücken schrieb am 25.07.2010 19:05
Lieber Marvin, wenn Du ein bisschen überlegtest, dann würdest Du Sven recht geben. Die bedauerliche Situation Vieler, haben wenige Unvernünftige durch ihr unverantwortliches Handeln herbeigeführt. Wenige, die in ihrer Ungeduld (nicht in Panik, wie die Filme belegen) Zäune umgerissen haben, über Container geklettert, abgesperrte Bereiche (Treppe) hochgeklettert und dabei abgestürzt sind wie die Lemminge am Abgrund. Diese Wenigen haben in erster Linie den Tod von 19 Menschen zu verantworten, nicht die Veranstalter. Sicher hätte der Veranstalter all das einkalkulieren und die Loveparade absagen können. Was im Nachhinein (nachher sind alle schlauer) betrachtet vielleicht auch besser gewesen wäre und was in Zukunft wohl auch so sein wird. Einzelne mögen sich vielleicht noch verhalten wie erwachsene Menschen. Menschenmassen nicht, wie diese traurige Ereignis wieder einmal belegt. Sie verhalten sich genau so, wie Herden nämlich!

Sven Krause aus Datteln schrieb am 25.07.2010 19:01
Marvin aus BO: In den Punkt des Bewusstloswerdens und der Hilflosigkeit gebe ich dir recht, aber das ändert nichts daran, das die meisten Erwachsenen nicht in der Lage sind, auf Anweisungen von Polizei und Sicherheitsdiensten zu hören. “Einfach mal ignorieren” heißt häufig die Devise. Das dies in einem Chaos endet, haben wir ja nun gelernt, hoffe ich. Absperrungen und Anweisungen haben ihren Sinn – und wenn jeder einfach einmal stehenbleibt und den Anweisungen folgt, gäbe es auch keine Toten zu beklagen – so einfach ist das. Es war ja nicht so, das auf euch geschossen wurde. Aber wenigstens bedankst du dich bei den Polizeibeamten, die dich rausgeholt haben – immerhin. [...]

Dori aus Münster schrieb am 25.07.2010 16:23
[...] kein besucher war daran schuld, die organisation & das handeln der polizei hat die massenpanik ausgelöst!

Sven schrieb am 25.07.2010 15:50
Lauter Lügen vom Polizeipräsi! Es wurde von der Polizei gesperrt! Jeder konnte es im TV sehen, als der Polizeiwagen vor den Tunnel vorgefahren ist!!!!

Christina aus Düsseldorf schrieb am 25.07.2010 18:16
“der platz war zu keinem zeitpunkt in dieser form gefüllt[...]” Das gibt es nicht. Ich stand auf dem platz. Man kam einfach nicht weg. Ich hatte angst, meine Freundin und ich werden zerquetscht und keiner würde es beachten! Er stand nicht mit da drin wie soll er also Ahnung davon haben?! Einfach UNFASSBAR!!!

Rene aus Dortmund schrieb am 25.07.2010 17:24
105 000 tausend gäste zwischen 9-14 uhr, hat vielleicht auch mal jemand daran gedacht das es zu so einen event immer noch viele gibt die gar kein ticket ziehen, also schwarz fahren… und ausserdem, wenn der platz doch nicht voll war, warum haben die nicht die leute im tunnel drauf gelassen und vor dem tunnel dicht gemacht. Die wiedersprechen sie bei allem, und was soll diese pressekonferenz? die sagt nichts aus, die zeigt nur das sich alle 4 köpfe aus der schlinge ziehen wollen….

Eine Zusammenfassung, die sich alle Verantwortlichen gefallen lassen müssen, aus den News der RaveLine:

Carina sagt: 26. Juli 2010 um 12:35
Wir sind um ca. 16.30 Uhr schon durch den Tunnel “gepresst” worden. Es gab vor dem Tunnel zwar zwei “Barrieren” auf der Düsseldorfer Straße, diese wurden von der Polizei jedoch lediglich dazu genutzt um Glasflaschen vor dem Eintreten in das Gelände zu konfiszieren. Es wurde nicht aufgehalten und nicht gewarnt! Obwohl schon längst auch für die Polizei und anderen Sicherheitskräfte ersichtlich war, dass wer sich einmal in dem Strom Richtung Tunnel befindet, dort nicht mehr herauskommt! Wir sowie viele hunderte Menschen hinter uns, wurden von der Polizei noch weiter und weiter durch die mit Zäunen begrenzten Wege in Richtung Nadelöhr/Tunnel geschläust. Schon der Zugang zur Karl-Lehr-Straße war so überfüllt, dass man spätestens zu diesem Zeitpunkt die Massen nicht mehr hätte nachrücken lassen dürfen! Es war, als hätte man eine Herde Vieh in Texasmanier durch enge Kanäle an ihre Schlachtstelle getrieben!!! Genau so kam man sich vor! Wer einmal drin war, hatte keine Möglichkeit mehr zu entkommen. Im Tunnel waren es gefühlte 50 Grad und kaum Sauerstoff. Wer durch den Tunnel durch war, bemerkte schnell, dass auch aus dem Gegentunnel Menschen in Richtung Sauerstoff stürmten – und das war das Nadelöhr: der Aufgang zum Gelände.

Kein Wunder, dass die Leute, als es nach uns noch voller wurde, nach Durchquerung der Tunnel versucht haben, dieser Enge und eindeutigen Gefahr zu entkommen. Schon vor der Katastrophe haben auch wir gesehen, dass manche versuchten, über die abgesperrte Treppe und Zäune den Hexenkessel zu verlassen. Spätestens nun hätten alle Zugänge zum Gelände aufgemacht werden müssen, um die Lage zu entspannen. Wir haben nur Glück gehabt, dass in unserer Umgebung alle versucht haben Ruhe zu bewahren und niemand zusammengebrochen ist. Sonst wäre das Unglück schon knapp 30 Minuten vorher oder noch früher eingetreten. Es war also schon eine halbe Stunde vor dem Unglück- wer zu ungefähr diesem Zeitpunkt da war, weiß wovon ich spreche – für JEDEN absehbar, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis eine Panik in/hinter den Tunneln ausbricht! Und dies nicht, weil die Menschen unbedingt ganz schnell tanzen wollten, sondern weil alle nach dem Tunnel vollkommen fertig, erschöpft und geängstigt waren!
Auch frage ich mich, was passiert wäre, wäre es an diesem Tag wie die Woche zuvor um, oder sogar über 30 Grad warm gewesen!?! Ich bin sicher, dann wären die Menschen schon im Tunnel gestorben wie die Fliegen! Aber es ist schon schrecklich genug, was passiert ist.

Auch ich und meine Freunde trauern um jeden Toten und richten unser ganzes Mitgefühl an die jenigen, die auf der LOVEPARADE 2010 Freunde, Familie oder Bekannte verloren haben und wünschen allen Verletzten, dass ihr schnell wieder auf die Beine kommt und diesen schwarzen Tag, im Gewissen, dass wir alle mit euch sind, irgendwann hinter euch lassen könnt. Ich selber fahre jeden Tag auf dem Weg zu Arbeit nur knapp an der Unglücksstelle vorbei und bin sicher, dass jeder, der da war, bei Anblick der Stelle für die nächsten Jahre die Bilder wieder im Kopf haben wird.

Duisburger Bewohner und alle die, die hier in der Stadt beruflich unterwegs sind sowie die, die Samstag auch eigentlich nur feiern wollten und jetzt wieder in ihren Heimatstädten sind – macht euch doch kleine scharze Bändchen zum Zeichen der Trauer an eure Autoantennen! Lasst uns gemeinsam zeigen dass WIR ALLE mit den Familien der Toten trauern!!

Gemeinsam haben wir in guten Zeiten schwarz-rot-gold getragen, nun lasst uns auch in schlechten Zeiten zeigen, dass wir EIN Land sind und zusammenstehen!

Tatort Tunnel: Düsseldorfer sucht Zeugen
Düsseldorf/Duisburg, 26.07.2010 von Dieter Schneider. Der 27-jährige Düsseldorfer Markus Donath sucht Zeugen, um die Sperrung des zweiten Tunnels und der Notausgänge bei der Massenpanik auf dem Duisburger Loveparade-Gelände zu belegen.

Seiner Meinung nach und nach dem, was er persönlich erlebt hat, “werden in diesem Fall die Tatsachen verdreht und gelogen“, sagt er und appelliert an die Besucher der Loveparade, mit ihm zu bezeugen, wann es wie um den „Tatort Tunnel“ tatsächlich bestellt war. Dafür hat Markus Donath eine Mailadresse eingerichtet: zeugelp2010@hotmail.de

Oliver Schuetz, langjähriger Loveparade-Besucher aus Herne, hat seine Seite geräumt, und macht Platz für diesjährige Erfahrungen. Wer seinen Text liest, weiß womöglich, wer er ist, da die Szene in vielen Videos dokumentiert wurde. Er und seine Kollegen haben Anzeige gegen die Verantwortlichen dieser Veranstaltung gestellt und er hofft, dass ihrem Beispiel weitere Besucher folgen.

Besucherzahlen ermitteln - Helft mit!Der stellvertretende Polizeipräsident hat auf der Pressekonferenz behauptet, dass nur ca. 150.000 Besucher auf der Loveparade 2010 in Duisburg waren! Das kann niemand glauben, der dabei gewesen ist!
Helft mit, die genauen Zahlen zu ermitteln und die Besucher zu zählen!

Opfer-Jurist Thomas Kämmer zu BILD.de: „Um die Mauer der Verantwortungsverweigerung und drohenden Entschädigungsvereitlung einzureißen, bedarf es einer sehr großen Gruppe von Überlebenden und Hinterbliebenen, die sich zusammenschließen. Nur so lässt sich der notwenige Druck erzeugen.“

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QUELLEN u.a. mit Stand vom 24.8.2010 0:35h :
» Pressekonferenz v. 25.7.2010 der Stadt Duisburg
» Pietätloser Umgang mit dem Tod v. 28.7.2010
» AXA und Rainer Schaller richten Soforthilfe für Opfer der Loveparade ein v. 29.7.2010
» Spiegel: Bürgermeister verliert Pension bei Rücktritt v. 29.7.2010
» Westen.de: Augenzeuge filmte Loveparade-Panik an der Treppe v. 29.7.2010 *** Achtung: Die oben unter Augenzeugen verlinkten Videos sind wieder aktiv. Siehe Kommentare dazu! ***
» AtaSe.de: Überprüfung der Opferzahlen ab 30.7.2010
» Bild: Trauerfeier in Duisburg ab 10.45h ARD, 31.7.2010
» DLF-Dok.: Parade der Schuldigen, 31.7.2010
» DLF-Kommentar: Das Lehrstück von Duisburg, 31.7.2010
» Blog: Christines Erfahrungen
» Chronik der Nordwest-Zeitung, NWZ
» Loveparade 2010 Planungsdokumente, 2007-2010

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Kommentare
  • theresa
    Kommentar #443 vom 27. Juli 2010 at 22:40

    >>
    Bild.de-Leser beklagten sich unter anderem über Fotos von kaum verdeckten Leichen.
    <<

    Haben die immer noch keine anderen sorgen?
    Warum lesen die den dreck überhaupt?
    Wer kümmert sich um die leute, deren leben von heute auf morgen komplett auf den kopf gestellt wurde: Dein kind geht auf die "Größte Megaparty der Welt" und kommt nicht wieder… Kein Abschied, kein NICHTS. Nur VERLUST.

    Thea

  • theresa
    Kommentar #444 vom 29. Juli 2010 at 02:36

    Der wahre Held dieser LP ist pizzananne mit seinen vier Augenzeugen-Videos, seiner Hilfestellung in der Not. Er widerlegt vieles, was uns andere glauben machen wollen. Ich hoffe, es kommt jemand auf die Idee, ihm das Bundesverdienstkreuz zu verleihen; ich hoffe, dass die Frau, der er geholfen hat, sich bei ihm meldet. Weitere brauchbare Zeugenberichte auf youtube:

    Loveparade 2010 – Tragödie / Zeugenbericht / Duisburg im Tunnel
    -> http://www.youtube.com/watch?v=Vci66TFfInw
    Augenzeuge Tobias T. schildert, wie er die Massenpanik bei der Duisburger Loveparade erlebte.

    ———————————————

    Loveparade 2010 – Massenpanik | 24-07-2010 | Die letzten Minuten im Leben von 21 Menschen (1)
    -> http://www.youtube.com/watch?v=aTSzTTYe1qU
    (Zusammenschnitt unterschiedlicher Handyvideos)
    Die Zahl der Todesopfer nach der Massenpanik bei der Duisburger Loveparade hat sich weiter erhöht. In der vergangenen Nacht erlag eine Frau (25) aus Heiligenhaus bei Essen im Krankenhaus ihren Verletzungen. Das gab der Duisburger Staatsanwalt Rolf Haverkamp bekannt. Damit kamen bei der Massenpanik bisher insgesamt 21 Menschen ums Leben, über 500 wurden verletzt.

    ———————————————

    Love Parade 2010 Zusammenfassung Massenpanik im Tunnel !18 Tote / 100 Verletzte
    -> http://www.youtube.com/watch?v=iGI8ZMUbGUk
    (Sdg. noch vom laufenden Betrieb)
    Notruf für Angehörige : 0203/94000 // Love Parade 2010 Massenpanik im Tunnel Zusammenfassung!18 Tote / 100 Verletzte. Copyright by WDR und Love Parade!

    ———————————————

    LOVEPARADE 2010 Massenpanik in Duisburg! 21 Tote
    -> http://www.youtube.com/watch?v=SYh5xHZZoTA
    (Slideshow Hören|Sehen|Verstehen)
    Fassungslosigkeit, Trauer, Entsetzen — das Todesdrama bei der Loveparade in Duisburg (NRW) hat ein ganzes Land in Schockstarre versetzt.

    R.I.P
    Thea

    • Was mich bei dieser ganzen Arie stört:

      Der Polizeipräsi. während der PK: “Angst ist keine Panik… Das war keine Massenpanik…”,
      im Gegensatz dazu ist die gesammelte Presse komplett auf Katastrophe getrimmt. Nur die taz spricht von Tödlicher Enge, die meisten anderen einheitlich von Massenpanik. Und auch die Bürgerjournaillie im Netz passt sich dem – wie man deiner Liste entnehmen kann – fix an. Das liefert den Stoff, von dem deine “wirre Dame” nachts träumt und ärgert mich – maßlos.

      Ich war nicht dabei. Insofern kann ich auch nur das beurteilen, was ich in den Videos sehe:
      - Ich sehe eine verdammt friedliche Masse von Menschen, die nach vorne wollen, was nicht geht.
      - Der Platz zwischen den Tunnelstücken füllt sich durch Rückstau aus dem Tunnel direkt vor dem Gelände und Neuzugängen von hinten.
      - In der Menge sehe ich dann angstvolle Gesichter. Einzelne mögen panisch reagiert haben, was aber beim Druck, der in dem Moment auf den einzelnen Menschen physikalisch einwirkt, kaum wundert. Die Zahl der Toten und Verletzten spricht für sich.

      Kommt die Presse ins Spiel, könnte der Begriff im Interview vorgegeben sein:
      - Sanitäter und Notärzte reden von einer Massenpanik vor laufenden Kameras.
      - Es sind einzelne Besucher, die dem tumultartigen Massenchaos entkommen sind. Auch sie sprechen von einer Massenpanik.
      … aber gesehen habe ich sie deswegen trotzdem nicht.

      Bei den bisher aufgetauchten Videos wundert mich vielmehr, dass die Presse seitens der Verantwortlichen nicht überschüttet wird mit Lobeshymnen an eine friedliche Masse, Dank derer nicht noch mehr passiert ist als im Falle einer wirklichen Massenpanik passiert wäre, und sich zeitgleich dafür entschuldigt, dass sie es verbockt und der Masse gründlich verbaut haben, ihre Schwarmintelligenz ansatzweise entfalten zu können.

      Simone Semmel

      Siehe auch:
      Notfallpsychologie: Lehrbuch für die Praxis von Frank Lasogga, und Bernd Gasch von Springer, Berlin 2007, S. 439

    • YouTuber
      Kommentar #456 vom 30. Juli 2010 at 16:48

      Sieht so aus als hätte Pizzamanne ein anderes Interesse: Publizität, bevor Youtube die Dinger im Rahmen der einstweiligen Verfügung vom Netz nehmen muss:

      ————— SNIP! —————-
      TV NUR ÜBER ANFRAGE!
      Ich habe mich entschlossen, das Material für das TV freizugeben. Die TV-Sender haben nun bis 20:00 Zeit, mir Angebote zu machen. ich möchte daß die Sender mir erläutern, wie Sie gedenken, die Aufklärung der Sache voranzutragen und wie Sie das in der Vergangenheit bei anderen katastrophen getan hätten. Ich möchte 80% des Geldes den Opfern weitergeben und 20% selbst behalten für Behandlung seelischer/körperlicher Nachwirkungen sowie für Anwaltskosten.
      Die TV-Sender und alle, die meine Videoinhalte in Nachrichtensendungen im Fernsehen oder im Internet kommerziell verwenden und zeigen möchten, sind aufgerufen, mich anzuschreiben. Sie erhalten dann ein gesondertes Dokument, das ich hier gerade grob umschrieben habe. Melden Sie sich bitte bei
      ManneLOPA@web.de

      Natürlich können alle Leute schreiben, die mit mir sprechen, Erfahrungen austauschen wollen und natürlich für die Frau, die ich suche
      ————— SNAP! —————-

      PlugIn im Bericht mit den neuen Releases bestückt! 31.7.2010 0:35

      • theresa
        Kommentar #457 vom 30. Juli 2010 at 16:57

        ach du liebe güte… dann können wir ja jetzt wetten abschließen, ob sich unsere dt. medien darauf einlassen.

        Manne sollte der transparenz wegen das dokument mit veröffentlichen. warten wir es ab.

        Thea

      • theresa
        Kommentar #468 vom 10. August 2010 at 02:18

        War aber sinnig: Spiegel TV hatte zugeschlagen. Offensichtlich ohne anpruch auf exklusivität, da die neuen releases noch auf YT liegen.

        Thea

  • theresa
    Kommentar #445 vom 29. Juli 2010 at 04:30

    Input zu Tatort Tunnel: Düsseldorfer sucht Zeugen:

    Das Festivalgelände selbst war zu keiner Zeit überfüllt. Ich war von etwas 13:00 Uhr bis 21:00 Uhr auf dem Gelände (von den Vorgängen im Tunnel habe ich nichts mitbekommen) während dieser Zeit nie überfüllt.
    #2 von Jürgen Ates , am 27.07.2010 um 18:04

  • theresa
    Kommentar #446 vom 29. Juli 2010 at 05:00

    So kommentiert die
    Neue Zürcher Zeitung

    [...]
    Laut Obduktion sind alle Todesopfer an einer Kompression der Brust gestorben, also erdrückt worden, und nicht etwa, wie zunächst verbreitet wurde, an Stürzen von einer als Fluchtweg benutzten Treppe herab. Das macht es den Organisatoren des Spektakels schwerer, sich mit dem Hinweis herauszureden, schuld an der Katastrophe seien Besucher, die sich «nicht an die Spielregeln» gehalten hätten.
    [...]

    [...]
    Deutschlands führende Politiker haben zum Teil zwar unbeholfen, aber doch mit Empathie auf das Duisburger Desaster reagiert. Man stelle sich für einmal vor, wir befänden uns noch in den 1950er Jahren. Die offizielle Tonlage, so ist zu vermuten, wäre eine andere. Den Angehörigen der Opfer würde Anteilnahme ausgesprochen, zugleich aber müsste man wohl mit zahlreichen Stimmen rechnen, die nach dem Motto «Wir haben’s ja kommen sehen» der sittenlosen Jugend ein «Selber schuld!» nachrufen. Diesen anachronistischen Part hat jetzt eine ehemalige Tagesschausprecherin übernommen, die nahelegt, die Love Parade sei eine Variante von Sodom und Gomorrha und die Toten von Duisburg eine Strafe Gottes. Dass die wirre Dame sich damit heutzutage ins gesellschaftliche Abseits begibt, bezeugt den Wandel der Zeiten.
    [...]

    Schön, dass zumindest über die grenzen hinaus das ein oder andere noch richtig wahrgenommen wird. lässt doch hoffen.

    Thea

    • So kommentiert die
      STUTTGARTER ZEITUNG vom 29.07.2010

      [...]
      Laut Wehe hat sich die Katastrophe um 15.30 Uhr abgezeichnet. Schon in den Minuten zuvor hatten die Love-Parade-Macher die Polizei zu Hilfe gerufen, obwohl sie auf dem Gelände selbst nur für hoheitliche Aufgaben zuständig war.
      “Der Veranstalter hat uns gerufen, weil er den Stau am Eingang nicht mehr beseitigen konnte”, berichtet Wehe.
      Dort war exakt passiert, was die Polizei im Vorfeld immer wieder moniert hatte.
      “Die Polizei aus Duisburg hat die Veranstalter darauf hingewiesen, dass es im Eingangsbereich zu einem Rückstau kommen könnte”, zitiert Wehe aus den Unterlagen. Die Ordnungskräfte hatten vorhergesagt, dass es am Eingang zum Gelände Probleme geben würde, weil die Musikwagen dort zu dicht vorbeifahren und ankommende Raver stehen bleiben würden. Weil es am Eingang einen Stau gab, hätte man die weiter außerhalb liegenden Schleusen vor dem Tunnel sperren müssen – was die Polizei wollte, der Veranstalter aber nicht machte. “Die haben ihre Aufgabe nicht erfüllt”, sagt der Polizeiinspekteur.

      Weil die Außenschleusen geöffnet blieben, erhöhte sich der Druck an der Rampe zum Gelände – genau da, wo es wenig später die Toten gab. “Die Menschen wurden niedergerissen und erdrückt”, sagt Wehe, bevor ihm die Stimme versagt. Dass die Polizei, wie der Love-Parade-Chef Rainer Schaller behauptet, die genau gegenteilige Anweisung gegeben haben soll, kann Wehe nicht nachvollziehen. Schaller hatte davon gesprochen, dass die Schleusen am Tunnelaufgang auf Wunsch der Polizei geöffnet worden waren, doch Wehe hat dafür keinen Beleg. “Nicht zu diesem Zeitpunkt.”
      [...]

  • theresa
    Kommentar #449 vom 29. Juli 2010 at 07:54

    9.00 Uhr
    Die ersten Raver erreichen den Duisburger Hauptbahnhof. Sie tanzen, singen und laufen los zum eineinhalb Kilometer entfernten Partygelände auf dem ehemaligen Güterbahnhof.

    11.30 Uhr
    Durch Eingangsschleusen im Wohngebiet gelangen Zehntausende Besucher von zwei Seiten auf die Karl-Lehr-Straße, einem langen Tunnel, der unter dem Bahngelände und der Autobahn 59 hindurch verläuft. Etwa in der Mitte geht eine 20 Meter breite Rampe zum Festivalgelände ab – der einzige Zugang.

    12.00 Uhr
    Die Besucherschleusen werden geöffnet. Pro Stunde und Schleuse sollen 30.000 Besucher durchgelassen werden.

    14.00 Uhr
    Am Ende der Zugangsrampe gibt es den ersten Rückstau. Obwohl noch reichlich Platz auf dem Gelände ist, knubbeln sich die Besucher. Währenddessen fahren die Floats ihre Runden am Eingangsportal vorbei. Jeder Float hat mehrere Tausend tanzende Menschen um sich, die den Eingang verstopfen und ein Hineinkommen nicht möglich machen. Der Veranstalter hatte im Vorfeld zugesagt, in einem solchen Fall so genannte “Pusher”, also Ordner, einzusetzen, die die Menschen auf das Gelände drücken sollen. Das funktioniert aber nicht. Warum die Floats nicht umgeleitet werden, ist unbekannt. Nach Angaben von Veranstalter Rainer Schaller gibt die Polizei die „verhängnisvolle“ Anweisung, zehn weitere Eingangsschleusen zum Tunnel auf der Westseite der Karl-Lehr-Straße zu öffnen. Dadurch strömen noch mehr Menschen in den Tunnel. Laut Schaller sind diese zehn Schleusen bis dahin geschlossen gewesen, um eine Überfüllung des Tunnels zu verhindern. Die Polizei reagierte gereizt: „Wir sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in der Lage zu sagen, was der Auslöser für das Ganze war. Das kann man jetzt noch nicht seriös feststellen.“

    15.30 Uhr
    Das Gedränge im Tunnel nimmt zu – vor allem nahe der Rampe. „Es kamen immer mehr Menschen, von allen Seiten. Und von oben kamen Leute, die wieder nach Hause gehen wollten“, schildert Augenzeuge Olli (25). Die Ordner sehen sich überfordert und bitten die Polizei um Hilfe. Beide sollen versuchen, auf halber Höhe der Zugangsrampe die Masse zu stoppen.

    15.45 Uhr
    200 Meter weiter setzt die Ungeduld einiger Besucher im Tunnel erste Kräfte frei: Sie reißen Baustellenzäune nieder, um über eine etwa fünf Meter hohe, steile Böschung auf das Festivalgelände zu gelangen. „Die Leute kletterten den Hang hoch, einige stürzten ab und rutschten auf andere, die hinter ihnen kamen“, berichtet Augenzeuge Christian. Die Polizei sagt, die zweite, kleinere Rampe, die eigentlich als Ausgang für später gedacht ist, soll geöffnet werden. Es passiert nichts.

    15.46 Uhr: Die Polizei steht alleine da, die Ordner sind nicht in ausreichender Zahl vor Ort. Ein Nachrücken weiterer Polizeikräfte ist nicht möglich. Der östliche Zugang soll deshalb gesperrt werden.

    16.15 Uhr
    An den beiden Eingängen zum Tunnel ist die Stimmung entspannt. „Die Masse bewegt sich geordnet vorwärts“, berichtet ein Teilnehmer über den Internetdienst Twitter. Erst vor der Rampe gerät die Menge ins Stocken, der Druck wird stärker. Am oberen Ende der Rampe, auf dem Partygelände, versucht eine Polizeikette, abwandernde Besucher aufzuhalten. Im Tunnel soll Gegenverkehr vermieden werden,ohne Erfolg. Einige Raver reißen ein Sperrgitter nieder. Andere treten die Zäune um, die an beiden Rändern der Rampe Platz für Einsatzfahrzeuge freihalten sollten.

    16.25 Uhr
    Die ersten erklimmen drei Lichtmasten, hangeln sich nach oben. „Ich sah, wie einer abrutschte und in die Menge stürzte“, berichtet Augenzeuge Alexander (26). Andere klettern eine enge Steintreppe hoch.

    16.30 Uhr
    Eine zweite, schmalere Rampe hundert Meter weiter ist spätestens zu diesem Zeitpunkt geöffnet. Sie war ursprünglich offenbar als Notausgang gedacht.

    16.31 Uhr
    Am Westzugang wird ein Zaun geöffnet, um einen Rettungswagen durchzulassen. Die Ordner lassen den Zugang offen. Die Menschen strömen hinein.

    16.36 Uhr
    Ein weiteres Zaunelement wird entfernt und wieder nicht geschlossen. Wieder strömen die Massen Richtung Tunnel.

    16.40 Uhr
    Die Zaunelemente sind wieder eingesetzt. Währenddessen soll eine Polizeikette im Tunnel und auf der Rampe gebildet werden. Die Polizei muss das aber wieder aufgeben, weil immer mehr Menschen in den Tunnel drängen. Die Schleusen sind nicht wie befohlen komplett geschlossen worden, obwohl das sogar schon im Vorfeld vom Veranstalter für einen solchen Fall schriftlich zugesagt worden war.

    16.45 Uhr
    Im Tunnel ist es stickig, die 27-jährige Jayme aus Köln hält den Kopf eines Mädchens nach oben, das kaum Luft bekommt. „Sie wäre sonst erstickt.“

    16.50 Uhr
    Immer mehr Menschen klettern auf einen Container, der an einer Tunnelwand steht. Auf dem Containerdach steht eine schmale Eisenleiter, die auf das rettende Bahngelände führt. Sogar ein Rollstuhl wird nach oben gehievt, den Rollstuhlfahrer tragen vier Männer die Leiter hoch.

    17.00 Uhr
    Im Tunnel vor der Rampe bewegt sich nichts mehr. „Die ersten Druckwellen liefen durch die Menschenmasse“, schildert Augenzeuge Edward. „Man wurde wie in einer Meereswelle von vorne nach hinten, nach rechts und links getragen, ohne etwas machen zu können.“ Das Festivalgelände ist laut Veranstaltern zu diesem Zeitpunkt erst zu 75 Prozent mit knapp 200.000 Menschen gefüllt. „Die Leute dachten in ihrer Panik, der schnellste Fluchtweg seien der Container, die Treppe oder die Lichtmasten, deshalb wollten da alle hinkommen“, erinnert sich ein Zeuge.

    17.02 Uhr
    Es gibt die ersten Opfermeldungen. Die mehr als 20.000 Menschen im Tunnel und auf der Rampe versuchen in ihrer Verzweiflung, über Lichttraversen und Container auf die Ebene des Veranstaltungsgeländes zu gelangen. Als der Zaun zu einer Nottreppe niedergerissen wird, klettern die ersten hinauf. Als die anderen Besucher dies sehen, strömt alles zu der Treppe.

    Die Polizei reicht Leitern herunter, hilft beim Treppenaufstieg. Doch der Druck in der Masse wird immer größer. Wer hinfällt, bleibt liegen, wird zertrampelt, zerquetscht und erstickt. Umgerissene Zäune werden zu verhängnisvollen Stolperfallen.

    Da manche Besucher die Kabel der Videoüberwachung als Kletterhilfe nutzen, fällt kurze Zeit später das System aus. Die Sicherheitsleute des Veranstalters haben ab jetzt keinen Überblick mehr über die Masse.

    Laut einer Zeugin gelangen zu diesem Zeitpunkt noch immer Menschen in den Tunnel. An den Eingangsschleusen wird ganz normal kontrolliert und durchgelassen.

    17.30 Uhr
    Die Polizei gibt bekannt: „Das Gelände wird wegen Überfüllung geschlossen.“

    18.00 Uhr
    Es wird ein landesweiter “Massenanfall von Verletzten” (MANV) ausgelöst. Aus ganz NRW machen sich Rettungskräfte auf den Weg nach Duisburg. Auf der A59, direkt neben dem Veranstaltungsgelände, werden erste Hilfslazarette aufgebaut. Erst jetzt löst sich langsam die Menschenmasse auf und Rettungskräfte können zu den Opfern im Tunnel vordringen.

    Die Loveparade läuft währenddessen weiter. Zu groß ist die Angst vor einer weiteren Massenpanik, würde man die Musik jetzt abstellen. Viele der Besucher wissen noch nichts von der Tragödie. Das Handy-Netz ist überlastet, auf den Videoleinwänden läuft weiter fröhlich die Party. Auf Bitte der Polizei beginnen auch die anderen Partys rund um die Loveparade. Die Beamten hoffen, auf diese Weise einen weiteren Ansturm auf den Bahnhof vermeiden zu können.
    Ein Polizeisprecher berichtet, es habe zehn Tote gegeben, zehn weitere würden reanimiert, 15 seien verletzt. Zwei Tage später steht fest: 20 Menschen starben, mehr als 500 wurden verletzt.

    18.30 Uhr
    Die Polizei räumt den Tunnel. Sanitäter kümmern sich um die Opfer. Die Obduktion ergibt am Dienstag, dass sie wohl an massivem Druck auf den Oberkörper gestorben sind.

    24.00 Uhr
    Die letzten Raver verlassen das Gelände. Um eine weitere Massenpanik zu verhindern, war das Programm weitergelaufen.

  • HILFE:
    * Hotline der Stadt Duisburg: 0203/94000
    * Betreuungshotline der Polizei Essen: 0201/8298091
    * Psychologischer Dienst Essen: 0201-763032
    * Evangelische Telefonseelsorge: 0800/1110111
    * Juristische Beratung für Betroffene bei Strafanzeigen
    gegen die Verantwortlichen,
    Professor Thomas Feltes: 0173/3170807

    Für alle Betroffene, die professionelle Unterstützung bei der Aufarbeitung ihrer Erlebnisse benötigen, gibt es ein Angebot vom Regenbogen e.V. Duisburg

    Bis Freitag stehen von 12-18 Uhr, am Samstag von 11-15 Uhr Mitarbeiter für ein Gespräch zur Verfügung.

    Die Gespräche können anonym geführt werden. Auch Anrufe sind zu den angegebenen Zeiten willkommen. Es können Vertrauenspersonen zu den Gesprächen mitgebracht werden.

    Regenbogen Duisburg
    Fuldastraße 31
    47051 Duisburg
    0203 300 36 23

  • theresa
    Kommentar #451 vom 29. Juli 2010 at 20:24

    karafit schrieb am 28.07.2010

    21 Sterne,
    leuchten aus der Ferne. Beendet ist ihr Weg,
    den niemand mehr geht.
    Aufgerissene Augen,dem Tod so nah.
    Qualvolles ersticken,Körper, die erdrücken,Augen, weit aufgerissen,
    verzweifeltes Schreien,stummes Weinen,die Liebsten vermissen.
    Ein letzter Blick,weit weg,entronnen der Qual,sie haben keine Wahl
    21 Sterne
    Leuchten aus der Ferne.Beendet ist ihr Weg,den niemand mehr geht.
    Körper geschunden übersäht von Wunden,
    greifbar nahe eine Hand,und dann die Wand.
    Tausende um dich herum und dennoch allein.
    Unfähig zu sehen, noch zu verstehen,trampeln auf dich ein.
    Allein – im Schmerz. Die Sinne schwinden,
    hört es auf zu schlagen,das Herz.
    21 Sterne,
    Leuchten aus der Ferne.Beendet ist ihr Weg,den niemand mehr geht.
    Ein Fest der Liebe,ein fröhliches Treiben,so der Gedanke.
    Die Planer, profitgierige Kranke.
    Gewonnen hat niemand,schon gar nicht die Sterne
    Doch aus der Ferne,
    sehen wir EUCH

  • theresa
    Kommentar #453 vom 30. Juli 2010 at 06:34

    Melanie Bödeker auf FB
    Licht aus Kerzen an für die Opfer und Verletzten der Loveparade

    Es gibt viele Trauerzüge und Lichterketten, die für den kommenden Samstag geplant sind zum Gedenken an die Opfer und Verletzten der Loveparade 2010.

    Für alle die nicht dabei sein können oder wegen Ängsten vor den erneuten Menschen Massen nicht dabei sein möchten, habe ich mir was anderes überlegt: Schaltet alle am kommenden
    Samstag 31.07.2010 um 22.30h
    Eure Lichter, Fernseher etc. aus. bis um 22.40 Uhr.
    Lasst uns 10 Minuten still Geden…ken.
    Stellt Kerzen in Eure Fenster und erinnert so an diese schreckliche Katastrophe. Bitte verteilt das großzügig. Macht mit. Lasst unsere Städte in einem Kerzenmeer versinken für die vielen sinnlosen Toten und Verletzten.

  • theresa
    Kommentar #452 vom 30. Juli 2010 at 05:41

    Desto mehr man recherchiert, desto schlimmer wird das Informationschaos – und das betrifft selbst die Zahl der Opfer und Verletzten der Duisburger Loveparade.

    Der deutsche Pressecodex macht es nicht einfach, da keine exakten Angaben veröffentlicht werden dürfen. Aber das haut einen dann doch aus den Puschen.

    Ich versuche es nur mal hier zusammenzustellen:
    Laut Presse:

    Elf Frauen und acht Männer starben. Das jüngste Opfer war gerade 18, das älteste 38 Jahre alt. Unter den Toten sind elf Deutsche sowie Opfer aus Holland, Spanien, Italien, Australien, China und Bosnien.

    Laut Presseumschreibungen im Vergleich mit Amateurvideos ergibt sich bisher:
    01. Anna Isabell K. († 25), Heilligenhaus
    02. Benedict B. († 21), Münster
    03. Christian M. († 25), Hamm
    04. Clara Zapata C. († 21), ES
    05. Clancie R. († 27), Australia
    06. Dennis S. († 18), Bad Oeynhausen
    07. Eike M. († 21), Belm
    08. Elmar L. († 38), Düsseldorf
    09. Fabian L. († 18), Lünen
    10. Fenja S. († 23), Gelsenkirchen
    11. Giulia M. († 22), I
    12. Derk Jan Willem v. H. († 22), NL
    13. Jian († 38), China/z.Zt.Ddorf., w.
    14. Kathinka T. († 20) Mainz
    15. Kevin B. († 18), Bremen
    16. Lidia († 20), Bosnien/z.Zt. Gelsenkirchen
    17. Marie-Anjelina S. († 19), Bielefeld
    18. Marina H. († 21), Moers
    19. Marta Acosta M. († 22), ES
    20. Svenja R. († 22), Castrop Rauxel
    21. Vanessa M. († 21), Greven

    Bleiben in Beiträgen noch weitere genannte Namen übrig:

    22. Julia F. († 19), Bremen
    * 23. Sven (Klagemauer im Video)
    24. Svenja († 21), Duisburg
    25. Erik
    26. Manuel
    * 27. Neu: Sascha, ?Mainz
    * 28. Neu: Michaela ?., († 29), Gladbeck
    29. Neu: Anna
    30. Neu: Attila

    * Korrespondenz u. Verifikation noch offen

    Womit wir am 10.8.2010 wieder da wären, wo wir vor einer Woche schon einmal waren:
    21+9+1. Was läuft da ab?!?

    Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden aller Opfer. Mögen die Verstorbenen in einer besseren Welt gemeinsam feiern.
    „We Are One Family“
    (Motto der Loveparade 1996)

    Thea

    • Hallo Thea,

      lt. FB hatten die Sanis vor Ort 26 Opfer gezählt. Dann würden dir sogar zwei Namen bzw. Angaben fehlen.
      Bei den offiziell bestätigten fällt mir auf. Der Überschuss liegt bei den weiblichen Opfern. Ggf. Doublette = Svenja?
      Die 20. Svenja R. († 22), Castrop Rauxel ist korrekt. Die aus Duisburg auch?

      Aufgrund der Trauerfeiern am WE wird die Nachrichtensperre bis Dienstag gelten. Lässt sich also kaum klären, wenn Angehörige nicht selbst aktiv werden.

      LG
      Simone

    • Nach den Trauerfeiern wird mir unsere Liste auch nicht klarer.

      ‎@Connie Schüten
      ich habe mir die Veranstaltung mal angehört:
      http://www.youtube.com/watch?v=EQfHDJeBwCk

      Achtung: auf Facebook hatte Jo Louis Filme u. Videos gepostet, auf denen die Namen akustisch besser zu verstehen sind. Leider z.Zt. nicht verfügbar.

      ===========================
      …verlesen wurden:

      01. Anna K. († 25), Heilligenhaus
      02. Anna Isabell († 25), o.A.
      neu Attila
      03. Christian M. († 25), Hamm
      04. Clara Zapata C. († 21), ES
      05. Clancia R. († 27), Australia

      06. Dennis († 18), Bad Oeynhausen
      08. Elmar L. († 38), Düsseldorf
      10. Fenja S. († 23), Gelsenkirchen
      11. Giulia M. († 22), I
      12. Jan Willim († 22), NL

      15. Kathinka T. († 20) Mainz
      17. Marie-Anjelina († 19), Bielefeld
      18. Marta Acosta M. († 22), ES
      20. Svenja R. († 22), Castrop Rauxel
      22. Vanessa M. († 20), Greven

      und
      5 weitere Opfer, die uns namentlich nicht bekannt sind
      ===========================

      Bleiben auf meiner Liste immer noch zehn Namen aus Presse u. Klagemauer
      02. Benedict († 21)
      07. Eike († 21), Belm
      09. Fabian L. († 18), Lünen
      13. Jian († 38), China/z.Zt.Ddorf., w.
      14. Julia F. († 19), Bremen
      16. Lidia († 20)
      19. Sven (Klagemauer im Video)
      21. Svenja († 21), Duisburg
      23. Erik
      24. Manuel

      ?!?

      • theresa
        Kommentar #460 vom 1. August 2010 at 14:25

        Von Beate Wedekind waren am 28.07.2010 – 20:35 UHR über BILD diese namen ins rennen geworfen worden:

        Giulia, Fenja, Clara, Marta, Elmar, Clancie, Kathinka, Christian, Svenja, Marie-Anjelina, Dennis, Fabian, Marina, Lidia, Anna, Jian, Benedict, Vanessa, Erik, Jan Willem, Manuel …

        da sind zwei drin, die sich nicht bestätigen lassen.

        ! Erik könnte Eike sein
        ! Die Verlesung gestern von Anna und Anna Isabell, beide 25, ist mindestens so merkwürdig wie die Doublette Svenja. Sind also drei vakant.
        ! neu! Sascha wurde Facebook betrauert,
        ! neu! Michaela wurde im Bild-Interview vom Freund genannt, 31.7.,
        ! Julia F., die offiziell nicht bestätigt ist, bei studivz,
        ! zwei weitere Patienten liegen hirntot im BGU KH, 28.7.10, k. A.

        Sieht für mich nach wie vor so aus, dass die verwaltung einer stadt, die am pranger steht, wirklich alles falsch macht, was nur geht. Makaber, wenn man leute um menschen trauern lässt, die ggf. noch leben – und umgekehrt. Diese teilweise im netz geheuchelte zurückhaltung ist typisch und urdeutsch. Besser so, eine zahl kann man so schön vergessen. Wehe, der vorfall bekommt ein gesicht oder namen… Wenn man im fall 11.9 so damit umgegangen wäre, würden die familien wahrscheinlich heute noch suchen. Aber in dem fall kann man ja auch namen und ganze biografien zu veröffentlichen. Ist ja weit weg…
        O.kay, gehen wir mal davon aus, dass sich zwischenzeitlich auch die letzten lp.besucher zu hause gemeldet haben und die zahl der vermissten gen null geht.

        Thea

        QUELLE

    • theresa
      Kommentar #469 vom 10. August 2010 at 02:21

      Mit Stand von heute werden wir die liste abgleichen und uns auf die verschärfte suche begeben nach:

      Nach abgleichen bleiben diese unbestätigten Nennungen aus Medien, Netz und Duisburger LP-Gelände:

      14. Julia F. († 19), Bremen
      22. Sven (Klagemauer im Video)
      24. Svenja († 21), Duisburg
      26. Erik
      27. Manuel
      28. Neu: Sascha, ?Mainz
      29. Neu: Michaela
      30. Neu: Anna
      31. Neu: Attila

  • Roman b.
    Kommentar #454 vom 30. Juli 2010 at 14:22

    @Sven Krause, eine Frechheit was sie hier behaupten.sie glauben das es hier um ungeduldige Raver ging die nur schneller auf die Party wollten.was für ein Schwachsinn schreiben sie hier. Wenn jemand fast erstickt und gequetscht wird liegt es auf der Hand das jede Möglichkeit genutzt wird um hier rauszukommen. Auch sie würden das machen. Einfach stehen bleiben und warten ?auf was? Den Tod ?wie naiv sind sie eigentlich?ich Wette sie waren nicht mal in der Nähe. Unglaublich hier die Besucher zu beschuldigen.

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