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Die GEMA, der Geist und das liebe Geld

Wenn der Urheberlohn zur Spaßbremse wird.

Millionenfach werden sie im Netz verteilt. “Liebe Grüße!…” verlinkt mit einem Videoclip auf YouTube. Mal ein Hund, eine Blume, eine Stimmung,… unterlegt mit der dazu passenden Musik. Wer diesen Gruß öffnen möchte und in Deutschland vor dem Rechner sitzt, bekommt nur eines – gratis: Das große Erwachen. „Leider ist dieses Video in deinem Land nicht verfügbar!“ Zwischenzeitlich weist YouTube in seinen Hinweisen sehr konkret den Buhmann aus: Die GEMA hat die erforderlichen Rechte nicht eingeräumt. Mit 61% Marktanteil hat YouTube eine Netzgröße, mit der man auch den deutschen Nutzer sehr wohl verärgern kann, wenn jeder zweite Klick zum unerwünschten Ergebnis führt. Tendenz steigend. Das verbal entgleiste Zündfunk-Interview mit Sven Regener zur aktuellen Urherberrechtsdiskussion im Internet kippt Öl ins Feuer der Debatte und wird von öffentlich-rechtlichen Sendern ausgestrahlt als sei es eine Leitlinie. Dabei sind Regeners Standpunkte sehr ehrenwert. Aber sind sie deswegen im digitalen Zeitalter noch haltbar?

Eigentlich wollte Erich Renz, der Moderator des BR2-Hörfunkmagazins “Zündfunk”, von Sven Regener nur ein kurzes Statement zum Thema Urheberrecht haben. Aber der Telefonpartner redete sich über fünf Minuten lang regelrecht in Rage – immer schön gegen die uns jahrelang mit Reisers “König von Deutschland”-Melodie eindringlich untermalte und vom Media-Markt flauschig finanzierte Geiz-ist-geil-Kultur. Wie werden wir sie nun wieder los, die Geister, die die Industrie damit erfolgreich heraufbeschworen hat? „Es wird so getan, als ob wir Kunst machen als Hobby. Das Rumgetrampel darauf, das wir uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben, ist im Grunde nichts anderes, als dass man uns ins Gesicht pinkelt.”, so Regener.


Leider ist dieses Video in deinem Land nicht verfügbar!
Ist das ein Grund, deutschen Internetnutzern ins Gesicht zu pinkeln?

AtaSe.de-LeserInnen wissen, wie lange dieser Streit zwischen YouTube und GEMA bereits andauert. „Youtube gehört Google. Das ist ein milliardenschwerer Konzern, die aber nicht bereit sind, pro Klick zu bezahlen.” Diese Regener-Aussage ist so definitiv falsch:
[...] Google verweist im dem Streit mit der Gema gerne auf Verträge in anderen Ländern. In Großbritannien (PRS for Music) oder Italien (SIAE) lesen Youtube-Nutzer selten die Worte „Es ist in deinem Land nicht mehr verfügbar“, weil sich dort Google mit den Verwertungsgesellschaften einigen konnte. In Großbritannien bezahlt das Unternehmen an das dortige Gema-Pendant 0,2 Cent pro Video-Klick. Allerdings stehen wiederum die französische Verwertungsgesellschaft (SACEM) und die amerikanischen Verbände ASCAP, BMI und SESAC auf Seiten der Gema und unterstützen deren Vorgehen - das sind 60 Prozent des Weltrepertoires. Vor Gericht sind sie damit jetzt erst einmal gescheitert. Wer zudem zu den Verlierern des Urteils gehört, sind die Künstler, die bereits seit über einem Jahr keine Tantiemen erhalten, wenn ihre Werke auf Youtube gezeigt werden.

Mag ja sein, dass den GEMA-Damen und -Herren der angebotene Betrag zu niedrig war, aber grundsätzlich ist diese leidenschaftlich in den Hörer gestoßene Aussage inhaltlich ebenso falsch wie die Rückschlüsse, warum die GEMA ganz toll ist, Content-Kids Scheiße und Minilabels out of order sind.

Die GEMA

Die GEMA sieht das Problem des ewig zum Nulltarif downloadenden Users in Regeners Wutrede vollends auf den Punkt gebracht und erhebt das Zünfunk-Interview(1) zur Pressemeldung:

Dabei ist es die GEMA selbst, die oft mehr Probleme aufwirft als Lösungen. Fakt: Als staatlich zugelassene und kontrollierte Verwertungsgesellschaft vertritt die GEMA Urheberinteressen dann, wenn Mensch a) ein angeschlossenes, außerordentliches bzw. ordentliches Mitglied in der GEMA ist und dieses Mitglied b) ein Musikstück komponiert und/oder einen Musiktext verfasst hat. Insofern vertritt sie als Institution apriori nicht die Interessen der Menschen, die diese Werke öffentlich interpretieren. Damit wird es fürchterlich eng für all diejenigen GEMA-Mitglieder, die ihre eigenen Werke der Öffentlichkeit präsentieren. Sie müssen in dem Fall für die Nutzung ihrer eigenen Werke an die GEMA entsprechend fällig werdende Gebühren zahlen. Nicht nur, dass der Betrag, der per turnusgemäßer Abrechnung an Texter und Komponisten zurückfließt, ungleich und geringer ist, noch schlimmer ist die per Knebelvertrag unterzeichnete Ausschließlichkeit: Ein GEMA-Mitglied darf außerhalb des Berechtigungsvertrages ungeachtet des eingeschränkten Wahrnehmungsumfangs keinerlei Werke veröffentlichen. Das hat zur Folge, dass aus Ralf Siegel auf YouTube schon mal Alf Igel werden kann. Wer dann hinter solchen Pseudonymen steckt? Wer weiß das schon? Wer will das kontrollieren? Big Brother.

Und, was macht die GEMA? Die strickt weiter an ihrem Wahrnehmungsumfang und verschickt an ihre Mitglieder neben Branchenhighlights im Hochglanzformat von Zeit zu Zeit Informationen über mögliche Zusatzvereinbarungen neuartiger Verwertungsmöglichkeiten zu bereits bei ihr registrierten Titeln. Am besten für jedes Verwertungsportal einzeln. An den völlig sinnfreien Verwaltungsaufwand, den die GEMA immer wieder gerne rechtfertigt, erinnert auch die Productplacements-Aktion aus dem Jahr 2008 von Johannes Kreidler.

Leider hat sich seither wenig getan. Es bleibt bei der leidigen Feststellung, dass die Einnahmen, so aufwendig diese nun auch generiert sein mögen, für ihre Mitglieder in der Verteilung nicht nachvollziehbar ist. Ein Mitspracherecht haben von den ca. 60.000 GEMA-Mitgliedern lediglich 3.200. Man spricht von der sogenannten 5%-Klausel. [...] „verteilt wird an alle Mitglieder der GEMA gleich, unabhängig vom Mitgliedsstatus. 
Wir sind auch bei der Verteilung zur Gleichbehandlung verpflichtet.“

 – an der Stelle angelangt, dreht es 56.800 GEMA-Mitgliedern den Magen um. Denn: Von jedem verkauften Tonträger und jedem Download geht eine Bearbeitungsgebühr von bis zu 14,7% an die GEMA. Haken: Zur Tantiemenermittlung wurde [...] Deutschland in vier geographische Bereiche, sechs Musikgenres und der statistischen Gesamtspieldauer der Musikwiedergabe eingeteilt. Daraus ermittelt sich die Tantiemenzahlung an die Urheber der Titel. Das ist leider ungenau und bevorteilt nur die, die richtig im Geschäft sind.

Bei allen anderen pauschalen Einnahmen wird nach Bewertung von U und E Musik durch ein Punktesystem und diverser statistischen Erhebungen ausgeschüttet. Das führt alles in allem dazu, das z. B. im Jahr 2009 aus dem sehr großen "Pauschal-Topf“ nur knapp 10 Prozent der GEMA-Mitglieder annähernd 70 Prozent der Ausschüttungssummen (490 Millionen Euro) erhalten haben. Hier also vermutlich die meisten "ordentlichen Mitglieder"! 90 Prozent der GEMA-Mitglieder mussten sich mit den restlichen 30 Prozent (210 Millionen Euro) begnügen. Das bedeutet natürlich auch hier, dass die Verteilung nicht genau sein kann und ein aktueller Chartbreaker höhere Ausschüttungen erhält als ein Song auf dem 20. Platz der Charts. Selbst wenn dieser in den Hotels und Restaurants öfters gespielt wird als der Chart-Hit im Radio. [...](2)

Damit sei dann auch Regener erklärt, warum Newbees auf die GEMA ganz besonders abfahren:
[...] „Newcomer werden nicht pro Airplay abgerechnet, sondern kollektiv über die 31 größten Stationen. Dann werden die Ergebnisse diese Mainstream- und Schlagersender einfach auf ambitionierte Anbieter wie Flux FM, Star, Fritz etc. umgelegt. Ein realitätsferner und ungerechter Verteilungsschlüssel, der wieder ausschließlich den Dieter Bohlens dieser Welt dient.“ [...], heißt es auf zoeleela.com, wo das Dilemma der GEMA als die unendliche Geschichte per se dargestellt wird:

• kleinere Labels entrichten ihre Gebühren pro Kopie, während Majorlabels nur pro verkauftem Tonträger zahlen.

• selbst für kostenlose Downloads werden Gebühren fällig und so unbekannte Musiker um ihre viralen Chancen gebracht.

• nur die fünf Prozent einnahmestärksten Mitglieder können mitbestimmen, während sich die restlichen 95% aufs Zahlen und Zuschauen beschränken dürfen.

Die Mobbing Liste des selbst ernannten Rechte Verwerters zum Nachteil junger Musiker ist schier endlos. Der ärgerlichste Punkt? Die GEMA selbst bestreitet die Missstände nicht einmal, sondern beruft sich wie ein Papagei auf ihren Vereinstatus samt bestehendem Recht aus dem letzten Jahrtausend.

Auch da ist nachzulesen, wie die Nerven blank liegen – zu Ungunsten der GEMA. Ebenso kontert der Blogger Fritz Effenberger mit seinem Artikel „Sven Regener, du erzählst Unsinn, und ich erklär dir, warum“ die Aussagen Regeners:

Mensch, Alter, mach die Augen auf, die haben dich verarscht. Du warst zu oft mit den Unkreativen beim Biertrinken. Die Wirklichkeit ist: Noch nie war es für uns Urheber besser als heute, zu Zeiten von Internet und digitaler Kopie. Glaub mir. Ich weiss, wovon ich rede. Weil ich beide Seiten kenne.


RBB Fritz Trackback, Folge 271, 24. März 2012: Künstlereinkommen, Störer-WLANs, Regeners Rant, Schriftbau, Julia. Ab Minute 32:26 erklärt Fritz Effenberger, warum er Regeners Rant für mehr Urheberrecht für Unsinn hält.

Die Empfehlung an Regener, von Creative Commons oder ähnlichen Lizenzmodellen Gebrauch zu machen, dürfte knapp ausfallen, denn der muss als zahlendes GEMA-Mitglied ebenfalls die in ihren Berechtigungsverträgen festgesetzte Kündigungsfrist von sechs Jahren einhalten. Spontanentscheidung, bereit zum Wechsel? Ausgeschlossen – Made in Germany.

Das Portal YouTube

Frei nach dem Motto “Broadcast Yourself” finden sich seit 2005 Film- und Fernsehausschnitte, Musikvideos sowie selbstgedrehte Filme auf dem Portal YouTube. Sogenannte „Video-Feeds“ können in Blogs gepostet oder auch einfach auf Webseiten per Programmierschnittstelle (API) eingebunden werden. Perfekt. Schätzungsweise pro Sekunde ein neues Video. Content-Kids machen ihr eigenes Programm. Das Problem: Sie achten nicht drauf, woher der Inhalt kommt, den sie neu zusammengestellt der Öffentlichkeit millionenfach vorführen. Die wenigsten verarbeiten zu 100% eigenes Material. Urheberrechtlich ein einziges Desaster. Vor allem dann, wenn YouTube sich in seinen Geschäftsbedingungen vorbehält, hochgeladene Inhalte (Videos) weiterzuverkaufen oder zu lizenzieren, ohne den Autor vorher fragen zu müssen.

Es war dennoch nur eine Frage der Zeit, bis dieser Fall eintreten würde:
Sooo, ‘Leider geil‘ ist jetzt auch gesperrt. Ob Plattenfirma, Youtube oder GEMA, egal, wer dafür verantwortlich ist. Wir wollen, dass unsere Videos zu sehen sind. Regelt euren Scheiß jetzt endlich mal und macht eure Hausaufgaben. Ihr seid Evolutionsbremsen und nervt uns alle gewaltig“, so Deichkind auf Facebook.
Betroffenes Label: Universal Music Domestic Rock/Urban, a division of Universal Music GmbH. Die haben richtig Spaß bekommen. 32.189 Personen gefällt das. ShitStorm und schwupps, war das Video wieder da. Na, sowas aber auch?!

Hätte die GEMA das oben angegebene YouTube-Angebot mit dem Klick per View angenommen, wären bei der GEMA allein für dieses Video im Monat März 2012 circa 11.200,– Euro in die Kasse gepurzelt. Das Angebot lohnt sich nicht?

Alexander Wolf, Syndikus der GEMA für internationale Rechtsfragen, am 27. März 2012 im Interview mit iRights.info auf die Frage, warum er einer Vergütungspauschale nicht zustimmen würde: [...] „Wir sehen, wie erschreckend niedrig die Einnahmen der Künstler in Ländern wie Großbritannien und Italien aus den Verträgen mit Youtube sind. Das bestätigt uns darin, dass wir die Youtube-Vorschläge nicht akzeptieren können.” Und wenn man schon seit 2009 von einem Abrechnungsmodell zum anderen hüpft und gar nichts in der Kasse hat, dann sollte doch eine provisorische Lösung gefunden werden können, oder? [...] „Wir haben nicht die Freiheit, Youtubes Angebot jetzt anzunehmen, um später bessere Vergütungen auszuhandeln. Der Gesetzgeber hat uns diese Konstruktion auferlegt. Er könnte das System auch verändern und uns mehr Spielraum am Markt zugestehen.”, sagt Wolf und gibt damit das Zepter weiter an den Gesetzgeber. Wer ist das eigentlich? Ach, das sind die, die im geheimen Kämmerlein ACTA ausarbeiten. <kurzer.blick.auf.die.wulffuhr> Die Rente solcher Künstler ist sicher. Verstehe… ∞ …


Mafia
The Chambers Brothers, der Leadsänger klagt an.

„Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland -
und ein wesentlicher Grund dafür ist die Haltung der Gema.“

Edgar Berger, Sony-Music-Chef, SPON, 16.06.2011

Die Schmalspurargumentation analoger Biederkeit entlarvt sich schnell als blanke Abrechnung mit der Piratenpartei, die zwar gerne für frei zugänglichen und verwertbaren Content im Internet eintritt, aber bislang keinerlei Konzept zur Urheberbezahlung vorgelegt hat. Von einer jungen, sich inhaltlich gerade konstituierenden Partei zu erwarten, das sie mal eben das regele, was eigentlich gleich mehrere Branchen über zwei Jahrzehnte lang verpennt haben, ist sinnfreier Populismus. Den hat Christoph Lauer als der kulturpolitische Sprecher der Piraten – ebenfalls im Zündfunk – beantwortet: “Ich lade Herrn Regener ein, die Cowboy-Partei zu gründen“. Ob das hilft?

Fakt: Am 20. April 2012 wird vor dem Hamburger Landgericht entschieden werden, ob YouTube wirklich genug zur Löschung urheberrechtlich geschützter Musik tut.

Schade. Es ist jetzt schon absehbar, dass auch dieses Gerichtsurteil nicht den gewünschten Einfluss auf die GEMA nehmen wird, sondern die der Zeit nach wie vor hinterher hinkt. Statt dessen wird der User zu Unrecht weiter kriminalisiert werden durch VDS, LSR, ACTA, INDECT, IPRED… und was auch immer da noch so kommen mag. Gefallen kann das allenfalls den Spaßvertretern der Justiz. Und auch bei diesem Spiel der Überwachung ist der Urheber mal wieder der Dumme.

Jan Delay

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Kommentare
  • Mozilla.org dazu:

    Stealthy 1.2.1 von Stealthy

    Wer endlich wieder bei YouTube Musikvideos sehen möchte, oder trotz Unternehmens-Webfilter Seiten wie Facebook oder Twitter, kann sich einfach das kleine Stealthy-Addon im Firefox installieren.

    https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/stealthy/
    Fazit: Wer endlich wieder bei YouTube Musikvideos sehen möchte, oder trotz Unternehmens-Webfilter Seiten wie Facebook oder Twitter, kann sich einfach das kleine Stealthy-Addon im Firefox installieren.

    For more information visit our web page http://www.stealthy.co/

    Chrome users, check out the new version of the extension for Chrome browser

    http://chrome.google.com/webstore/detail/ieaebnkibonmpbhdaanjkmedikadnoje

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  • Für Chrome und Iron:

    viewtubes proxy

    Die Verwendung dieser Erweiterung erlaubt es, mit Chrome unter allen auf youtube/grooveshark gespeicherten Videos zu suchen und sich alle auf youtube/grooveshark gespeicherten Videos anzusehen. Also auch diejenigen, welche sonst aus Deutschland nicht zu finden oder anzuschauen sind.

    Alle Aufrufe von Chrome an youtube oder grooveshark werden über den Proxy proxy.viewtubes.de in das Ausland umgeleitet, um den ungehinderten Zugriff zu erlauben.

    Diese Erweiterung leitet also nur die Zugriffe auf youtube und grooveshark über unseren Proxy um; alle anderen Verbindungen in das Internet erfolgen weiterhin direkt. Eine Weitergabe der Verbindungsinformationen unseres Proxies an Dritte erfolgt nicht; einer evtl. Mitarbeit bei strafrechtlichen Ermittlungen können wir uns allerdings nicht verweigern.

    Diese Erweiterung ist nur für den Gebrauch in D bestimmt.
    This Extension can only be used in Germany.

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  • So kann man das Ganze natürlich auch kommentieren:

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  • Dienstag, 31. Januar 2012
    von Fabian Rack

    GEMA nimmt Stellung zu Creative Commons

    Die französische Musik-Verwertungsgesellschaft SACEM hat dieses Jahr ein Projekt gestartet, das ihren Mitgliedern die Lizenzierung von Inhalten unter Creative Commons gestattet. Damit ist es möglich, Eigenkompositionen unter dieser Lizenz anzubieten, ohne auf die Vergütungsmodelle der Verwertungsgesellschaft zu verzichten.

    Getrennt werden die Nutzungsarten in kommerziell und nicht-kommerziell: Dem Mitglied steht es offen, seine Komposition zum Beispiel via Filesharing zu verbreiten oder für Blogs freizugeben (nicht-kommerziell). Wird das Stück etwa im Radio gespielt (kommerziell), kann wie gehabt die Vergütung erhoben und an den Urheber ausgeschüttet werden.

    Wäre ein solches Modell auch in Deutschland denkbar? Telemedicus hat die GEMA um eine Stellungnahme gebeten.

    » http://www.telemedicus.info/article/2176-GEMA-nimmt-Stellung-zu-Creative-Commons.html

    Das Ergebnis ist, wie bereits oben in unserem Artikel beschrieben, die Unvereinbarkeit des GEMA-Berechtigungsvertrages mit CC-Lizenzen. Des weiteres heißt es, das Interesse ihrer Mitglieder an CC-Lizenzen [sei] gemeinhin gering. Daher bestehe kein Handlungsbedarf, das geltende Wahrnehmungsmodell zu verändern.

    Zum Nachlesen hier der Link auf die Stellungnahme der GEMA im Volltext (PDF):
    » http://www.telemedicus.info/…/Stellungnahme_GEMA_CreativeCommons-01-2012.pdf

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  • Dieser Motivationsfilm für Creative Commons wurde im Rahmen des Wikimedia Ideen-Wettbewerbs “WissensWert” 2010 zur Förderung Freien Wissens mit sieben weiteren Projekten aus 93 Einsendungen von der Community und einer Jury auserwählt und finanziell unterstützt.
    http://www.creativecommons.de

    Mitwirkende
    Projektleitung Amadeus Wittwer http://www.2hofnarr.ch
    Regie&Cut&Animation Adrian Scherzinger http://www.edprojects.ch
    Illustration Regina Wittwer http://www.regains.ch
    Ton&Sounds Alain Stoll http://www.jectified.com
    Sprecherin Sarah Judith Bürge
    Sprecher Philipp Bürkler
    Textkorrekturen Claude Fankhauser, Dirk Dienel
    Übersetzung Barbara Müller http://www.fepafrika.ch
    Finanzierung Verein Wikimedia Deutschland http://www.wikimedia.de

    Dieser Film steht unter einer Creative Commons Namensnennung 3.0
    Unported Lizenz http://creativecommons.org/licenses/by/3.0.

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  • Thema: Argumentation der Piraten. Die wurden bislang immer gerne ins Aus manövriert. Hier ist ein Antrag für den Bundesparteitag 2011.2.

    Tenor:

    Reform des Urheberrechts – Stärkung der Interessen von Urhebern und Allgemeinheit

    Antragsseiten werden kurze Zeit nach Erstellen durch die Antragskommission zum Bearbeiten gesperrt.
    Das Sammeln und Diskutieren von Argumenten für und gegen den Antrag ist auf der Diskussionsseite möglich.

    Siehe dazu auch:
    » http://wiki.piratenpartei.de/Bundesparteitag_2011.2/Antragsportal/PA149

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    • Dazu ergänzend ein Beitrag aus dem dlf vom 27. März 2012:

      Piraten werten Datenschutz “ganz klar höher als kommerzielle Interessen”

      Der Urheberrechtsexperte für die Partei ‘Die Piraten’ und Vorsitzender des Vereins Musikpiraten e.V. über den Streit um kostenlose Musik-Downloads
      Christian Hufgard im Gespräch mit Joachim Scholl

      Der Musiker Sven Regener ist in der Debatte um das Urheberrecht deutlich geworden: Eine Schwächung würde Kunst und Künstlern schaden. Dieser Appell ging auch an die Piratenpartei, die eine Lockerung des Urheberrechts fordert.

      Siehe dazu:
      » http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1714767/

      Hufgards Aussagen nach liegt die Priorität u.a. auf der Legalisierung des Kopierens aus dem Internet von nicht gewerblichen Seiten zu nicht gewerblichen Zwecken vollkommen.

      — An der Stelle fällt mir immer wieder der Stolperstein Kommerz u. gewerbliche Seite ein. In Zeiten, in denen sich ohnehin immer mehr Menschen als Freelancer durchs Leben schlagen, gilt in der deutschen Gerichtsbarkeit jede täglich kontrollierte Seite – sei es privat betrieben, weil persönliches Hobby, mit Werbung, ohne Werbung – als eine geschäftsmäßig betriebene und damit als gewerbliche Seite. Das geht bei der Impressumspflicht los und hört bei der Einbindung von Youtube-Clips noch lange nicht auf. Mitstörer! bist du also, wenn du auf deiner Seite mit deinen Besuchern über das zusammenhängend diskutieren willst, was einen Klick weiter ohnehin losgelöst von deinem Content und deiner Debatte zu sehen ist. Ich stelle mir das gerade mal in einem Fernsehbeitrag vor, wie die im Umkehrschluss über ein Thema berichten müssten, wenn sie den Inhalt einer URL nicht direkt im Film verarbeiten, sondern nur den Link einblenden würden. Geht gar nicht.

      Fakt: Das Internet hat Funktionen und die sollten meiner Ansicht nach von jedem ungestraft zum Zweck der Meinungsfreiheit und (Urteils-)Bildung genutzt werden dürfen. Ist das jetzt im Rahmen des deutschen Urheberrechts für deutsche Politiker eine schier unüberwindbare Hürde?

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  • Dieser Content ist auch in deinem Land verfügbar!! — Ergebnis der Haltung: Ich scheiß auf den GEMA-Wahrnehmungsvertrag im Video Portal Youtube!!! … jep, es gibt besseres und viel zu tun!

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