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Der Kältebus…

… hat mich bei den Worten des mecklenburgischen Schlosshotelbesitzers Dr. Michael Beck gestreift. “Ich bin eigentlich schon entsetzt, wie einsam man in diesem Land werden kann, wenn man so gerackert hat. Und das es nicht belohnt wird.” Er definiert den Turbokapitalismus sinngemäß mit “Jemand von weither macht auf hinterhältige Art Geld mit der Arbeit, die du geleistet hast.” Man muss hinzufügen: In seinem konkreten Fall kostet es ihn und seiner Familie die Existenz, acht Vollzeit-Arbeitsplätze und das bisher für die Öffentlichkeit frei zugängige Schlossgelände mit dem idyllischen Seeufer wird privatisiert. Sein in 15 Jahren stets reibungslos bedientes Darlehen für Erwerb und Restauration des eigenen Gewerbebetriebes ist verkauft worden an einen so genannten Hedgefonds aus den USA, sprich an eine “Heuschrecke” aus Übersee. Für die verkaufende Bank und den Fonds ein gutes Geschäft mit schnellem Geld. Wer zahlt? Der Kreditnehmer. Wen kann es treffen? Jeden – Häuslebauer mit eingetragenen Grundschulden, da die Banken hierzulande im Rahmen gesetzlicher Kapitalfreiheit völlig legal faule Kredite veräußern und ebenso legal das Angebot versüßen, indem sie dem Verkaufspaket mindestens ein Drittel sauber bediente Darlehen hinzufügen. So kommt es zum Titel dieser ARD-Dokumentation “Und plötzlich ist das Haus weg“. Der Autor Christian Jentzsch spürt darin dubiosen Kredit-Geschäften nach und fragt nach der Verantwortung bei Sparkassen, aber auch bei deren Aufsichtsgremien, in denen zumeist Politiker sitzen.

Der Deal läuft immer gleich: Die Sparkasse verkauft ein Paket von Kleinkrediten weit unter Gesamtwert und bekommt dafür das schnelle Geld. Dadurch entstehen auch dem Staat Millionenverluste durch entgangene Steuereinnahmen, und die verkauften Kreditnehmer sind wirtschaftlich am Ende – allesamt brave Steuerzahler, wie Fred Winter und viele andere, die sich nun zu wehren beginnen. Für die Hedgefonds lohnt sich das allemal. Die durchschnittlichen Profitraten liegen bei mindestens 22 Prozent. Dubiose Praktiken aufgrund von Gesetzeslücken.



Dr. Michael Beck diskutiert mit einer Kaufinteressentin. © WDR

Recht haben und im Recht sein ist nicht mehr miteinander vereinbar. Ethik im Kreditwesen, das war vielleicht einmal. Das unterschreiben auch abertausende Teilnehmer an Theo Weigels einkommenssteuerminderndem Ostförderungsmodell, welches viele ältere Anleger mit ihrer Lebensleistung bezahlt haben. Und wer es nicht schafft – wie zum Beispiel eine junge Auszubildende aus Hannover? Die nahm sich das Leben lieber selbst und gleich – wie die ältere Dame im Film. Anwälte sprechen von ca. 600.000 Anlage-Opfern. Und das alles vor der Tatsache, die Schäuble am 18. November 2011 so formuliert: “Deutschland ist seit 1945 nicht mehr souverän.” Das heißt im Klartext, dass Bürger der BRD realiter seit 1945 “nie” Eigentum hatten. Die Menschen ackern also wirklich für etwas, was ihnen niemals gehört hat bzw. gehören wird?

Der Kältebus streift mich noch einmal beim Lesen in den Kommentarbereichen zu Film und Thema. Wer da sagt: “Selbst schuld!”, der hat immer noch nicht begriffen, wie die Nummer hier funktioniert. Moses hat das Volk Gottes aus der Sklaverei geführt. Goldman Sachs macht dies wieder rückgängig. So kann man es grob auf den Punkt bringen. Ergo wundert es auch nicht, dass in anderen Fällen beispielsweise die Berater, die vorher die Prämie für den Verkauf voll finanzierter (Schrott-)Immobilien eingestrichen haben, später erneut auf den Plan treten: Allerdings jetzt als Berater der Verwertungsgesellschaft. Den muss der Kältebus voll gestreift haben, sonst könnte er den Menschen, die er jetzt ein zweites mal eiskalt über den Tisch zieht, nicht derart emotionslos in die Augen schauen.

Bei den massenhaften Blüten, die der Turbokapitalismus da treibt, muss man sich nicht wundern, welche Wege sich Menschen jenseits ihrer Lebensplanung suchen. Da Suizid, um weiteren Folgen zu entkommen. Andere zündeln, um Heuschrecken den Deal zu versalzen. Und wieder andere leben auf der Straße und warten in diesen Tagen auf den Kältebus. Der Turbokapitalismus ist nichts anderes als die Folge fehlgeleiteter Finanzpolitik von Nieten in Nadelstreifen. Und da die hier seit Jahren Gang und Gebe ist, sollten die Kommunen Land auf, Land ab schon jetzt einen Blick in Richtung Hauptstadt werfen: Wie organisieren die das da mit dem Kältebus?

Der Kältebus der Berliner Stadtmission startete vor 17 Jahren. Aktueller Anlass war 1994 der Erfrierungstod eines Obdachlosen in Berlin. Er hatte keine Kraft mehr, selbst einen warmen Unterschlupf aufzusuchen. Die Mitarbeiter in der City-Station, einem Restaurant mit Beratung und Seelsorge, waren über den Tod bestürzt und suchten nach einer sofortigen Hilfemaßnahme. Ein zweiter Kältetoter sollte unbedingt verhindert werden.
Wohl dem.

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Kommentare
  • —> BERLIN

    +++ Achtung! Sie helfen uns Leben retten, indem Sie vor einem Anruf folgende Hinweise beachten:

    Gehen Sie vorher sicher, dass der oder die Bedürftige wirklich von uns abgeholt werden möchte. Sonst fahren wir vergeblich hin und versäumen so womöglich das Abholen einer anderen Person, bei der die Uhr tickt…
    Ist derjenige gar nicht mehr ansprechbar, dann bitte nicht uns, sondern einen Krankenwagen rufen: 112.
    Der Kältebus fährt zwischen dem 1. November und 31. März, und zwar in der Zeit von 21 Uhr abends bis 3 Uhr morgens.
    Die Telefonnummer ist:
    0178-523 58 38.

    —> FRANKFURT/M.
    Tel.: 069 / 43 14 14
    » http://www.frankfurter-verein.de

    —> HANNOVER

    Winternothilfe
    Städtische Verkehrsbetriebe lassen bei Minusgraden geöffnet. Wohnungslose dürfen sich bei eisiger Kälte auch im Hauptbahnhof aufhalten. Der „Kältebus“ gibt an drei zentralen Plätzen heiße Getränke und Suppe aus. Hintergrund ist die Erfahrung, dass viele Hilfsbedürftigen nicht aus eigener Initiative Tagestreffs oder Notschlafplätze aufsuchen.

    Winternotfallnummer: Tel. 0511-99040-15
    (Anrufbeantworter). Den Hinweisen auf möglicherweise hilfebedürftige Menschen auf der Straße gehen die Sozialarbeiter nach.

    —> HAMBURG

    Der Mitternachtsbus
    Projektleitung Sonja Norgall
    Diakonie-Zentrum für Wohnungslose
    Bundesstraße 101
    20144 Hamburg

    Telefon
    040 401782-15
    Telefax
    040 401782-18

    E-Mail
    mitternachtsbus@diakonie-hamburg.de
    Internet
    http://www.mitternachtsbus-hamburg.de

    Unterwegs für Obdachlose

    Der Mitternachtsbus fährt jeden Abend ab 20 Uhr bis Mitternacht in der Hamburger Innenstadt zu den Schlafplätzen der Obdachlosen, den so genannten Platten.

    Ein Team aus Ehrenamtlichen bringt heiße Getränke, Brot, warme Decken und Kleidung. Vor allem aber bringen die MitarbeiterInnen menschliche Wärme und Anteilnahme.

    —> KREFELD
    Tel.: 0 21 51 / 5 18 77 59
    Fax: 0 21 51 / 5 31 30 54
    Mobil: 0 1 63 / 1 45 28 11

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  • Die Onlineaktivisten unterstützen 2012 diese Liste – immer mit der Bitte versehen: Fragt die Leute bitte, ob sie überhaupt abgeholt werden wollen. In fragwürdigen Fällen Polizei anrufen. Ansonsten gilt für die einzelnen Kommunen:

    Aachen: 0241/21619 und 0241/4778321 (Notübernachtungen Frauen und Männer)
    Augsburg: 0821/3244255 (Notübernachtung)
    Bautzen: 03591/490199 (Notübernachtung Frauen, Männer und Paare)
    Berlin: 0178/5235838 (Kältebus)
    Berlin: 0170/9100042 (Wärmebus)
    Berlin: 030/3912722 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Berlin: 030/3749950 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Berlin: 030/68893121 (Aufnahmehaus Frauen, Paare und Männer, getrennt)
    Bingen: 06721/10885 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Braunschweig: 0531/8863140 (Notübernachtung und Aufnahmehaus für Männer)
    Braunschweig: 0531/8621224 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Bremen: 0421/171383 und 0421/171009 (Notübernachtung Frauen)
    Bremen: 0421/3070421(Notübernachtung Männer)
    Bremerhaven: 0471/947580 (Notübernachtung)
    Bielefeld: 0521/2084884 und 0152/22902208 (Notübernachtung Frauen)
    Bielefeld: 0521/5604960, 0521/329795, 0521/329794 (Notübernachtung Männer)
    Bochum: 0234/9507808 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Bonn: 0228/985320, 0228/616402 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Celle: 05141/30060 (Notübernachtung)
    Chemnitz: 0371/4002350 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Cottbus: 0355/3819325 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Darmstadt: 06151/897313 (Notübernachtung Frauen)
    Darmstadt: 06151/926150 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Diepholz: 05441/1502, 05441/81877 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Dresden: 0351/8036126 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Düren: 02421/1219980 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Düsseldorf: 0211/5808642, 0211/8766688 (Notübernachtung Frauen, Paare, Männer)
    Düsseldorf: 0211/6100412 (Aufnahmehaus Frauen, Paare, Männer)
    Düsseldorf: 0157/83505152 (Gute-Nacht-Linie)
    Dortmund: 0231/5844960 (Notübernachtung Frauen)
    Dortmund: 0231/222568 (Notübernachtung Männer)
    Duisburg: 0203/992990 (Notübernachtung)
    Erfurt: 0361/734943 (Notübernachtung)
    Essen: 0201/8850254 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Frankfurt a.M.: 069/431414 (Kältebus und Notübernachtung)
    Frankfurt a.M.: 069/2562700 (Notübernachtung)
    Freiburg: 0761/8964160 (Notübernachtung)
    Fürth (Franken): 0911/9772370 (Notübernachtung)
    Gelsenkirchen: 0173/5497450 (Wärme-Nachthilfe Frauen, Männer, Paare)
    Gießen: 0641/4019400 (Notübernachtung)
    Göttingen: 0551/42484 (Notübernachtung und Wohnheim für Männer)
    Hamburg: 040/3808810 (Notübernachtung mit Krankenstation für Frauen, Männer)
    Hamburg: 040/25418721 (Notübernachtung Frauen)
    Hamburg: 040/428411702 (Notübernachtung Männer)
    Hannover: 0511/5193153 und 0511/340210 (Notübernachtung Frauen)
    Hannover: 0511/358560 (Notübernachtung Männer)
    Hannover: 0511/9904015 (Kältebus, nicht täglich)
    Heidelberg: 06221/149860 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Husum: 04841/2529, 04841/668045 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Jena: 03641/449335 (Notübernachtung)
    Kaiserslautern: 0631/316370 (Notübernachtung)
    Karlsruhe: 0721/3540083 (Notübernachtung)
    Kassel: 0561/5703590 (Notübernachtung)
    Kiel: 0431/26044476 (Notübernachtung für Frauen)
    Kiel: 0431/26044650 (Notübernachtung für Männer)
    Krefeld: 0163/1452811 (Kältebus)
    Krefeld: 02151/396909 (Notübernachtung)
    Koblenz: 0261/84651 (Notübernachtung)
    Köln: 0221/376490 und 0221/95294411 (Notübernachtungen Frauen)
    Köln: 0221/94203735 und 0221/134919 (Notübernachtungen Männer)
    Köln: 0221/441026 (Kältegänge)
    Leipzig: 0341/5852413 (Notübernachtung Frauen)
    Leipzig: 0341/4415974 (Notübernachtung Männer)
    Lübeck: 0451/73394 (Notübernachtung)
    Ludwigshafen: 0621/5200640 (Notübernachtung)
    Magdeburg: 0391/4048089 (Notübernachtung Frauen)
    Magdeburg: 0391/503216 (Notübernachtung Männer)
    Mannheim: 0621/3247327 (Notübernachtung)
    Mainz: 0172/6128282 (Kältebus)
    Mainz: 06131/275550 (Notübernachtung Frauen)
    Mainz: 06131/375050 und 06131/530100 (Notübernachtungen Männer)
    München: 089/20061911 und kostenfrei 0800/1232321 (Kältebus und Nacht-Wärmestube)
    München: 089/5491510 (Notübernachtung Frauen)
    München: 089/55171300 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    München: 089/625020 und 089/267149 (Notübernachtungen Männer)
    Münster: 0251/899360 (Notübernachtung Frauen)
    Münster: 0251/6063350 (Notübernachtung Männer)
    Mönchengladbach: 02161/827503 (Wärmestube) Notunterkunft Bunker, Erzbergerstr.
    Neuss: 02131/905078 (Notübernachtung)
    Nürnberg: 0911/2312462 (Notübernachtungen Frauen und Männer, getrennt)
    Pforzheim: 07231/5661960 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Potsdam: 0331/520692 (Notübernachtung Frauen, Männer und Paare)
    Rheydt: 02166/1464857 (Wärmestube, Vermittlung Notunterkunft Mönchengladbach)
    Rostock: 0381/865190, 0381/697382 (Notübernachtungen Frauen, Männer, Paare)
    Osnabrück: 0541/6688610 (Notübernachtung und Wohnheim für Frauen)
    Osnabrück: 0541/962340 (Notübernachtung und Aufnahmehaus für Männer)
    Offenburg: 0781/92010 (Notübernachtung)
    Saarbrücken: 0681/910270 (Notübernachtung Frauen)
    Saarbrücken: 0681/938130 (Notübernachtung Männer)
    Saarlouis: 06831/891143 (Notübernachtung Frauen und Männer, getrennt)
    Schwerin: 0170/5666667 (Notübernachtung Frauen und Männer)
    Stuttgart: 0711/610967 und 0711/6552122 (Notübernachtungen)
    Stralsund: 03831/703690 (Kältehilfe)
    Solingen: 0212/74943 (Notübernachtung)
    Trier: 0651/9496171 (Notübernachtung Frauen)
    Trier: 0651/9679910 (Notübernachtung Männer)
    Ulm: 0731/144438 (Notübernachtung)
    Wiesbaden: 0611/806758 (Notübernachtung Frauen)
    Wiesbaden: 0611/701268 (Notübernachtung Männer)
    Wuppertal: 0202/978565115 (Notübernachtung Frauen)
    Wuppertal-Elberfeld: Notübernachtung Männer, Friedrich-Eberstr. 180 (Robert-Daumplatz)
    Würzburg: 0931/3540316 (Notübernachtung)

    Leider können wir keine Gewähr für die Aktualität der Nummern garantieren.

    Soforthilfen und Lebenshilfe für Obdachlose finden Sie umfangreich auch in:
    http://ohnewohnung-wasnun.de
    Hier finden Sie über 800 Adressen für Menschen in sozial sehr schwierigen Lebenslagen mit Angeboten für Gefahrenabwehr und Sesshaftmachung in Deutschland.

    Im Notfall bitte immer die 110 oder die 112 anrufen, vielen Dank.

    Ich übernehme keine Haftung für mögliche Änderungen seitens der Anbieter oder fehlerhafte Angaben von Datenzuträgern.
    Mit solidarischen Grüßen,
    Helmut Richard Brox

    Quelle: http://woundwie.blog.de/2012/02/03/kaeltebus-deutschland-hilfe-obdachlose-liste-12628515/

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